FDP fordert mögliche Bejagung von Bibern

Biber

Foto: Steve / wikipedia.org

Die niedersächsische FDP will angesichts einer immer weiter steigenden Biber-Population gerüstet sein. Der liberale Abgeordnete Gero Hocker fordert für Niedersachsen ein Biber-Management nach bayerischem Vorbild. Dort werden die Biberschäden aus einem Landesfonds bezahlt und problematische Tiere bejagt. Der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) steht dem Vorschlag laut einem Bericht des Delmenhorster Kreisblatts kritisch gegenüber.

Für die FDP ist vor allem das Wachstum der Population besorgniserregend. Seit der Aussiedlung von acht Exemplaren im Jahr 1990 hat sich der Bestand immer weiter erhöht, auf inzwischen 680 Tiere in Niedersachsen. Für Minister Wenzel sind diese Zahlen „erfreulich“. Es gebe außerdem keinen Grund für weiteren Handlungsbedarf, denn die zuständigen Naturschutzbehörden hätten die Situation gut im Griff. Weitere Geldleistungen seien daher nicht nötig, heißt es dem Bericht zufolge.

Auch von der SPD gibt es Kritik an dem Vorschlag der FDP. So sagte der Sozialdemokrat Axel Brammer Anfang Juni in einer Debatte im Landtag, man werde schließlich beim Maulwurf landen, wenn man jedes Wildtier managen wolle. „Bestimmte natürliche Einflüsse müssen nun mal als gegeben hingenommen werden“, sagte Brammer.

Gero Hocker fühlt sich derweil in seiner Einschätzung bestätigt. Die Häme zeige lediglich, dass die Regierungsparteien die Brisanz des Themas nicht erkennen würden. Dabei fühle er sich stark an die Wolfs-Debatten erinnert, als es hieß, der Wolf sei nicht viel anders als ein großer Hund. Dabei geht es Hocker dem Bericht zufolge vor allem um die Grundsatzfrage, ob in einer Kulturlandschaft der Mensch dem Tier weichen muss.

Dass die Biber starke Schäden anrichten können, zeigt sich immer wieder in Bayern. Dort haben Biberdämme bereits mehrere Wiesen und Baugebiete unter Wasser gesetzt. Um der dortigen Population von über 17.000 Bibern Herr zu werden, wurde deshalb ein mehrstufiges Management eingeführt, mit der Möglichkeit problematische Tiere zu bejagen. In Niedersachsen gibt es zwar auch bereits die Möglichkeit einer „Entnahme“, was aber in den meisten Fällen nicht den Tod, sondern eine Umsiedlung der Tiere bedeutet.

Auch der Bauernbund Brandenburg verliert angesichts der massiven Ausbreitung des Bibers die Geduld und fordert „Munition statt Management“ (wir berichteten).

Das könnte Sie auch interessieren
Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!