Fette Fische gegen den Kormoran

Kormorane sorgen für große Verluste in der Fischwirtschaft. Eine neue Züchtung lässt Fischer jetzt hoffen: Der „Emma-Fisch“ ist speziell gezüchtet worden, um den Fischräuber zu ärgern.

Kormoran mit Fisch

Symbolbild: Karl-Heinz Fritschek

Teichwirt Armin Kittner aus Petershain (Sachsen) hat die Verluste durch den Fischräuber satt: Der Kormoran sorgt in seinem Betrieb für jährliche Einbußen von 20 bis 30 Prozent. Um den gefräßigen Vögeln das Leben an seinen Teichen zu erschweren, hat der 55-Jährige eine neue Züchtung eingesetzt: den „Emma-Fisch“. Dieser soll den Kormoranen durch den kompakten Körperbau wortwörtlich im Hals stecken bleiben, wie tag24.de berichtet.

Gemeinsam mit einem holländischen Unternehmer beschloss Kittner vor einigen Jahren, ein Experiment gegen den Kormoran zu wagen. Hierfür kreuzte er Schuppenkarpfen mit Karauschen. Mittlerweile fischt Kittner im Herbst tonnenweise fette Emma-Fische aus seinen Teichen. Der Teichwirt, der die Züchtung nach seiner Tochter benannte, ist vom Nutzen überzeugt: „Das Fleisch der Fische ist wohlschmeckend. Zudem sind die Fische weniger anfällig für Krankheiten wie das gefürchtete Koi-Herpesvirus.“

Für leidgeplagte Fischer ist die Züchtung eine echte Hoffnung im Kampf gegen den Kormoran. Der Clou: Die Emma-Fische haben besonders hohe Rücken und breite Körper. Diese erschweren es den Kormoranen, sie zu packen und zu verschlingen. Darüber hinaus halten sich diese Fische gern im Schilf und am Grund der Teiche auf, wo Kormorane sie nur schlecht erbeuten können. Das Experiment hat sich Teichwirt Kittner zufolge gelohnt. „Wir haben deutlich weniger Verluste bei den Fischen als bei Karpfen oder Schleien“, erklärt er.

Einige seiner Kollegen, die ebenfalls mit dem Kormoran zu kämpfen haben, seien bereits neugierig geworden und hätten Emma-Satzfische geordert. Kittner will, dass seine Kunden den Fisch erst einmal kennenlernen und investiert daher viel in Werbung. Doch trotz aller Hoffnung bleibt er realistisch: Das Kormoran-Problem wird der Emma-Fisch nicht gänzlich lösen können. Deshalb wird Kittner die Vögel auch weiterhin an seinen Teichen bejagen, solange er darf.

Der Kormoran ist nicht nur ein teils existenzbedrohendes Problem für die Fischwirtschaft, sondern auch für die Fischbestände in den heimischen Gewässern. Da der Vogel in Deutschland besonders geschützt ist, entbrennen immer wieder hitzige Debatten um dessen Bejagung. Mehr Informationen zum Kormoran finden Sie hier:

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