Fischbestände in Gefahr: Kormorane belagern eisfreie Flüsse

Landesfischereiverband weist auf die ernste Situation an den Gewässern in Bayern hin.

Kormoran

Der Winter hat in Bayern möglicherweise ernste Folgen für die Fischbestände. Weil Seen, Teiche und Weiher schon seit Langem zugefroren sind, stürzen sich vielerorts Kormorane in großen Gruppen auf die eisfreien Flüsse und Bäche. Der Landesfischereiverband (LFV) erklärte: „Die ohnehin angeschlagenen Fischbestände geraten zusätzlich unter Druck.“

Einer Pressemitteilung zufolge sind „vielerorts Trupps von bis zu mehreren hundert Kormoranen“ an den nicht zugefrorenen Gewässern zu beobachten. Extrem sei die Situation beispielsweise an der Isar. „In Bereichen, in denen sich normaler Weise 5-15 Exemplare finden, sind es derzeit bis zu 200“, schreibt der Verband. Am Lech würden der Flusslauf und die eisfreien Staustufen momentan täglich immer wieder durch Gruppen von mehr als 200 Kormoranen belagert.

Laut dem Fischzustandsbericht des Landwirtschaftsministeriums gelten bayernweit 77 Prozent aller Fischarten sowieso schon als gefährdet. Im Freistaat leben der Mitteilung zufolge mittlerweile bis zu 10.000 Kormorane, die etwa 600 Tonnen Fisch im Jahr fressen. 

Ohne die von Fischern initiierten Artenschutzprogramme wären laut LFV viele Fischarten längst ganz verschwunden. „Diese Investitionen in die Zukunft unserer Gewässer dürfen nicht durch eine einzige Vogelart zunichte gemacht werden“, erklärte der Präsident des Landesfischereiverbands Bayern, Albert Göttle. Nur wenn weiterhin an allen Stellschrauben gedreht werde, sei es möglich, eine halbwegs natürliche Artenzusammensetzung in unseren Gewässern zu gewährleisten. „Dazu gehört auch die Regulierung der Zahl dieses zugewanderten Raubvogels“, sagte Göttle mit Blick auf den Kormoran.

Zwar dürfen Kormorane in Bayern zum Schutz der Fische an Gewässern vergrämt werden, auch durch gezielte Abschüsse. Doch die entsprechende artenschutzrechtliche Ausnahmeverordnung läuft in diesem Jahr aus. Die momentane Extremsituation macht laut LFV deutlich, wie wichtig es ist, „am bayerischen Weg der Kormoran-Vergrämung festzuhalten“.

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