Fleischkonzerne wollen bis zu 10.000 Wildschweine vermarkten

In Anbetracht des Preisverfalls bei Wildschweinen erhalten Jäger nun unerwartete Hilfe: Die Fleischkonzerne Tönnies und Westfleisch bieten an, bis zu 10.000 Wildschweine abzunehmen und zu vermarkten. Durch diese Entlastung könnten die Jäger sich weiterhin auf eine intensive Schwarzwildbejagung fokussieren, um die gefährliche Afrikanische Schweinepest zu bekämpfen.

Ein Wildschwein im Wald

Foto: Daniela Fett

Die scharfe Bejagung der Wildschweine führt teils regional, teils flächig zu einem enormen Preisverfall beim Fleisch der Tiere. In Verbindung mit dem gesamtgesellschaftlich ohnehin geringen Konsum von Wildbret schwinden für viele Jäger die Möglichkeiten zur Vermarktung ihrer Strecken. Dem möchten die Fleischkonzerne Tönnies und Westfleisch nun entgegentreten, berichtet das Westfalen-Blatt

Die Menge der geschossenen Wildschweine eilt nämlich bundesweit von Rekord zu Rekord (wir berichteten). Aufgrund der Afrikanischen Schweinepest sind alle Jäger dazu angehalten, das Schwarzwild intensiv zu bejagen. Bei einem Seuchenausbruch soll die geringere Populationsdichte für eine langsamere Ausbreitung der Krankheit sorgen und somit die Hausschweinbestände schützen. Insbesondere die Jäger in Nordrhein-Westfalen sind durch den jüngsten Krankheitsherd in Belgien alarmiert (wir berichteten).

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Eben jenen Jägern möchten die Unternehmen nun unter die Arme greifen, betont André Vielstädte, Pressesprecher von Tönnies: „Wir wollen den Jägern helfen und das Wildbret abnehmen, um so zu einer Stabilisierung der Preise beizutragen.“ Die genaue Planung sei noch nicht abgeschlossen, aber man biete an, bis zu 10.000 Wildschweine zu vermarkten. Die Unternehmen mit Sitz in Rheda-Wiedenbrück (Tönnies) und Münster (Westfleisch) könnten die Tiere in ihren Schlachthöfen verarbeiten und „deutschlandweit“ vermarkten. Vielstädte betont, dass das Fleisch der Tiere nicht verramscht werden solle.

Der Landesjagdverband NRW begrüße den Vorschlag, so Verbandssprecher Andreas Schneider. Tatsächlich habe der Mehrabschuss der Wildschweine für Probleme gesorgt. Er führt aus: „Der Markt stehe unter Druck. Beim Wildschweinfleisch gibt es ein Überangebot.“ Viele Kühlkammern seien voll, die Preise im Keller. Hinzu kämen Vorbehalte der Kunden wegen der Schweinepest (die für den Menschen vollkommen ungefährlich ist). Ob, wann und in welcher Form das Angebot der Unternehmen angenommen wird, entscheide sich „in den kommenden Wochen“. Ein Arbeitskreis mit Vertretern der Fleischkonzerne, des Landesjagdverbandes und des Umweltministeriums beraten darüber.

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