Forschungsergebnis: Marderhund überträgt mehr Parasiten als Waschbär

Fuchsbandwurm oder Trichinen: Nah mit dem Fuchs verwandt, ist der Marderhund ein potenzieller Überträger heimischer Parasiten.

Marderhund

Foto: Karl-Heinz Fritschek

Aus Nordamerika und dem fernen Osten eingeschleppt, breiten sich Marderhund und Waschbär zunehmend in Europa aus. Da sie potenzielle Überträger von Krankheitserregern sind, haben Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien Waschbär- und Marderproben genauer auf Parasiten untersucht, gab die Universität in einer Pressemitteilung bekannt. 

„Wichtig war vor allem, ob die Raubtiere zu einer stärkeren Verbreitung heimischer Parasiten beitragen können oder bereits beitragen“, wird Georg Duscher vom Institut für Parasitologie zitiert. Beide Tiere kämen als Wirt für unterschiedliche Parasiten wie den Fuchsbandwurm infrage, die sich auch auf den Menschen übertragen können, heißt es. Um Infektionen an den Tieren festzustellen, wurden Proben auf genetische Spuren parasitärer Erreger untersucht.

Das Forschungsergebnis: „In den Waschbärproben konnten wir bislang keine Parasiten nachweisen“, erklärte Duscher. Damit stimmte das Ergebnis mit demjenigen anderer Untersuchungen europäischer Länder überein. Auch dort konnten kaum relevante Erreger nachgewiesen werden.

Anders fielen die Befunde beim Marderhund aus. Neben Parasiten, die nicht auf den Menschen übertragen werden können, wiesen die Forscher sowohl den Fuchsbandwurm als auch den Saugwurm Alaria alata, den sogenannten Dunkerschen Muskelegel, in einzelnen Proben nach. Die Infektionen waren dabei teilweise regional bedingt. Während Infektionen mit dem Fuchsbandwurm im Westen vorkamen, so beschränkten sich jene mit A. alata auf den Osten – entsprechend der Infektionen der heimischen Füchse in der jeweiligen Region. Unabhängig vom Ort war die Infektion mit dem Parasiten B. cf. Microti, der ebenfalls von Füchsen übertragen wird. „Der Marderhund ist damit eindeutig ein zusätzlicher Überträger fuchstypischer Parasiten und sollte regelmäßig kontrolliert werden“, sagte Duscher. 

Dass der Marderhund anfälliger für Parasiten vom Fuchs sei, liege zum einen daran, dass er näher mit diesem verwandt sei. Zum anderen stammten Waschbären ursprünglich „vorwiegend aus Gehegehaltung und sind wohl dank tierärztlicher Kontrollen noch weitgehend frei von Parasiten“. Durch Vermischen der Gründerpopulationen könnten aber auch Parasiten übertragen und die Waschbären somit relevant werden, heißt es in der Pressemitteilung.

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