Frost und Schnee: Förster und Jäger füttern Wildtiere

In mehreren Regionen Deutschlands gibt es die Erlaubnis zur Winterfütterung.

Winterfütterung

Foto: ThüringenForst/Dr. Horst Sprossmann

Dauerfrost und Schnee in großen Massen bringen derzeit vielerorts die Wildtiere in Nöte. In mehreren Regionen Deutschlands ist es Förstern und Jägern daher nun erlaubt, den Tieren mit einem zusätzlichen Futterangebot über den Winter zu helfen.

Im Thüringer Mittelgebirge erhält das Rotwild derzeit Heu, das laut der Landesbehörde ThüringenForst von den Förstern durch wenige Rüben oder Kastanien ergänzt wird. In den Höhenlagen der Mittelgebirge sei die Notzeit vom Gesetzgeber zwischen dem 16. Januar und dem 30. April definiert. „ThüringenForst trägt dem Wildschutz in dieser Notzeit durch eine Jagdruhe Rechnung“, heißt es in einer Pressemitteilung. Deutschlandweit gilt grundsätzlich, dass die partielle Aufhebung des Fütterungsverbots zwingend mit einem totalen Jagdverbot einhergeht. ThüringenForst-Vorstand Volker Gebhardt wies darauf hin, dass Waldbesucher die Futterplätze keinesfalls betreten sollten. Zudem sei das Mitbringen und Verteilen von Essenresten als „Fütterung“ nicht nur jagdgesetzlich verboten, sondern bedeute für die Wildtiere beim Verzehr oft genug den Tod.

In Baden-Württemberg hat das Landesagrarministerium jetzt erstmals eine Ausnahmegenehmigung zur Fütterung von Wildtieren erteilt. Wie schwaebische.de berichtet, darf die Jägerschaft in Gammertingen (Landkreis Sigmaringen) Rehwild füttern. Eigentlich verbietet das neue Jagdgesetz aus dem Jahr 2015 eine Fütterung grundsätzlich. Dem Bericht zufolge sieht das nun genehmigte Konzept vor, die Rehe im Februar und im März zusätzlich zu füttern – auch um zu verhindern, dass die Tiere aus Futtermangel junge Bäume anknabbern und so für Verbissschäden sorgen.

Aufgrund von Frost und Schnee ist unterdessen auch in Mittelsachsen in einigen Revieren die Notzeit ausgerufen worden. „Da, wo es nötig ist, wird Heu ausgebracht“, sagte Ingo Reinhold, Leiter des Forstbezirkes Marienberg, gegenüber der Freien Presse. Das sächsische Jagdgesetz verpflichte den Jäger, „Wild in der Notzeit angemessen und artgerecht zu füttern“. Die Einschätzung, ob eine Notzeit vorherrscht, obliege der Jägerschaft, erklärte Norman Härtner, Vizepräsident des Landesjagdverbandes, dem Bericht zufolge. Für den Forstbezirk Marienberg gelte: Wenn in den Jagdgebieten mit Rot- und Muffelwild mehr als eine Woche lang mindestens 50 Zentimeter Schnee liegen, wenn dieser verharscht ist und zusätzlich dauerhafter Frost um minus zehn Grad herrscht – dann ist Notzeit.

Das könnte Sie auch interessieren
Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!