G20-Staaten sagen der Wilderei und dem Schmuggel geschützter Tier- und Pflanzenarten den Kampf an

Medial stand der G20-Gipfel in Hamburg voll und ganz im Zeichen der Ausschreitungen. Kaum Beachtung fanden die Ergebnisse – zum Beispiel die Kampfansage an Wilderer und Schmuggler.

Nashorn in Afrika

Foto: BMT2016

Die Gruppe der zwanzig wichtigsten Industriestaaten hat auf ihrem Gipfeltreffen in Hamburg beschlossen, den illegalen Handel mit wildlebenden Tieren und Pflanzen stärker zu bekämpfen. Denn mit einem geschätzten Jahresvolumen von acht bis 20 Milliarden Euro gehören Wilderei und Schmuggel von Elfenbein, Edelhölzern und ähnlichen Produkten zu den lukrativsten Formen der organisierten Kriminalität. 

Dies bedroht nicht nur Tierarten wie Elefanten, Nashörner oder Menschenaffen, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung in vielen Entwicklungsländern. Außerdem schüren diese Geschäfte die Korruption auf allen Ebenen, heißt es in einer Erklärung des G20-Gipfels. Da die Wildtierkriminalität heute grenzüberschreitend ist und globalen Charakter hat, bedarf ihre Bekämpfung auch der internationalen Zusammenarbeit. „Die G20 steht für drei Viertel des internationalen Handels und zwei Drittel der Weltbevölkerung und ist daher prädestiniert, zu handeln und mit gutem Beispiel voranzugehen“, steht in der Erklärung, die in einem Anhang an das G20-Kommuniqué veröffentlicht wurde.

Der rechtliche Rahmen zur Bekämpfung des illegalen Handels soll gestärkt werden. Das Schwergewicht soll auf die Bekämpfung der Korruption gelegt werden. So will man die Genehmigungsverfahren für legale Wildtierprodukte und Pflanzen nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) widerstandsfähiger gegen Bestechung ausgestalten. Ermittlungen und Strafverfolgungen sollen wirksamer werden, und man will erreichen, dass durch den Schmuggel angehäufte Profite und Vermögen beschlagnahmt werden können. Auf Outfox-World Nachfrage bewertete Andreas Kübler, Pressesprecher des Bundesumweltministeriums, die Pläne der G20 wie folgt: „Erstmals haben sich die Staats- und Regierungschefs im Rahmen der G20 zur Bekämpfung der weltweit grassierenden Wilderei und des illegalen Wildtierhandels bekannt. Das alleine ist schon ein großer Erfolg. Mit dem auf dem G20-Gipfel verabschiedeten Maßnahmenkatalog gegen die Korruption bekämpfen wir eine der Hauptursachen für Wilderei und Wildtierhandel.“

Zeugenschutz als wichtiger Bestandteil der G20-Pläne

Da es sich um organisiertes Verbrechen handelt, müssten auch Zeugen wirksam vor Vergeltung und Einschüchterung durch kriminelle Gruppierungen geschützt werden. „Whistleblower“, also Personen, die mit internen Informationen Verbrecherringe auffliegen lassen, sollen ebenfalls besser geschützt werden.

Der internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) begrüßte die Erklärung der G20. CIC-Präsident George Aman lobt: "Überall auf der Welt sind Jäger vor Ort mit im praktischen Einsatz, wenn es um die Bekämpfung der Wilderei geht. Das Engagement gegen grenzüberschreitende Wildtierkriminalität gehört seit 2014 zu den Schwerpunkten der internationalen Arbeit des CIC. Es ist sehr hilfreich, dass auch die zwanzig wichtigsten Industrieländer sich dieser Aufgabe widmen."

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