Gänse lieben Düsseldorf und guter Rat ist teuer

Um die Gänse-Plage in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt in den Griff zu bekommen, wird jetzt erst einmal ein Arbeitskreis gegründet.

Kanadagänse

Symbolbild: leoleobobeo

Unter einer Gänse-Plage leidet die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf. Wie RP Online berichtet, hat sich die Population der Kanadagänse in der Rhein-Metropole in den vergangenen Jahren nahezu verdreifacht. Weil die Stadt nicht wirklich weiter weiß, gründet sie jetzt erst mal einen Arbeitskreis.

Dem Bericht zufolge bevölkern an sommerlichen Tagen beispielsweise bis zu 200 Gänse die beliebte Parkanlage Volksgarten. Tobias Krause vom städtischen Gartenamt bezeichnet das Areal als ein „Schlaraffenland“ für die Tiere. „Sie haben hier alles, was sie brauchen. Gras zum Fressen, Wasser zum Schutz.“ Eine von der Stadt seit 2008 geführte Statistik belege, dass sich der Kanadagans-Bestand in Düsseldorf von etwa 300 auf heute rund 850 Tiere erhöht und damit fast verdreifacht habe. Laufend erhalte das Gartenamt Beschwerden, insbesondere wegen vollgekoteter Wiesen. Man könnte die Tiere beispielsweise abschießen lassen, aber auch das bringe am Ende nichts, sagte Krause gegenüber der Zeitung. Die frei werdenden Grasflächen würden sofort von anderen Gänse-Arten aus dem Umland in Beschlag genommen, deren „Feind“ – die Kanadagans – sei dann ja verschwunden. „Die Populationen aus den Umgebungen tauschen sich einfach aus“, erklärte Krause. „Das wäre quasi eine Daueraufgabe für das komplette Rheinland.“

Um dennoch irgendwie zu einer Regulierung der Bestände zu kommen, gründet die Stadt nun erst einmal zusammen mit benachbarten Kommunen einen Arbeitskreis. Dieser soll Krause zufolge in der kommenden Woche tagen. Ob den Experten eine schnelle Lösung einfällt, bleibt fraglich. Heinz Kowalski, Ornithologe vom Nabu NRW, nannte in einem weiteren RP-Online-Bericht schon einmal die aus seiner Sicht einzige Möglichkeit, um des Problems Herr zu werden: „Während der Mauser verlieren die Gänse nahezu alle Federn und können nicht fliegen. Dann könnte man sie einfangen und woanders aussetzen.“

Aussetzen? Aber wo? Denn auch in anderen nordrhein-westfälischen Städten sorgen die Kanadagänse bereits zur Genüge für Probleme. Während es um die Bejagung der Tiere im Essener Grugapark in den vergangenen Jahren große Aufregung gab (wir berichteten), wurde in Mülheim an der Ruhr eine Vertreibung per Drohne getestet (wir berichteten).

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