Hängepartie um halbautomatische Waffen geht weiter

Selbstladebüchse Merkel SR1

Foto: Millermaster / wikipedia.org

Der Deutsche Jagdverband (DJV) kritisiert in einer aktuellen Pressemitteilung die weiterhin unsichere Lage für Besitzer und potenzielle Käufer von halbautomatischen Waffen. Ende April hatte es eine Dringlichkeitssitzung auf Bundesebene gegeben, diese blieb allerdings ohne kommunizierte Ergebnisse. Die Verbände-Allianz aus Bund der Militär- und Polizeischützen (BdMP), Bund Deutscher Sportschützen (BDS), Bundesinnungsverband für das Büchsenmacher-Handwerk, Deutscher Jagdverband (DJV), Deutsche Schießsport Union (DSU), Deutscher Schützenbund (DSB), Forum Waffenrecht (FWR), Verband der Hersteller von Jagd-, Sportwaffen und Munition (JSM) und Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB) halten diesen Zustand für untragbar, heißt es in der Meldung.

Der DJV und andere Verbände fordern wegen des Stillstands erneut Klarheit von Bundesminister Christian Schmidt. Er soll für eine vernünftige Zwischenlösung sorgen. Aber auch mit Blick auf die Zukunft formuliert DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Damman-Tamke einen klaren Appell: „Bundesminister Christian Schmidt muss offiziell klarstellen, wie die juristische Unsicherheit rund um halbautomatische Jagdgewehre mit der geplanten Bundesjagdgesetz-Novelle konkret ausgeräumt wird. 2-Schuss-Wechselmagazine müssen für die Jagd erlaubt bleiben.“ Mit Blick auf die Probleme bei der Eintragung von halbautomatischen Waffen, die zurzeit in einigen Bundesländern herrscht, gibt sich die Verbände-Allianz kämpferisch. "Sollten Behörden tatsächlich den Besitz legal erworbener Waffen widerrufen, werden wir uns juristisch wehren. Wir dulden keine weiteren Einschnitte und werden uns dann an den Kosten für Musterklagen beteiligen."

Zum Hintergrund: Im März hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass keine halbautomatischen Waffen mit Wechselmagazinen mehr geführt werden dürfen. Nach dem Urteil reagierten mehrere Bundesländer mit Erlassen und Anweisungen an die Waffenbehörden. Seitdem werden in vielen Bundesländern keine halbautomatischen Jagdgewehre mehr in die Waffenbesitzkarte eingetragen. Vereinzelt lehnen einige Behörden sogar die Eintragung von Revolvern und Pistolen ab. Und das, obwohl Bundesminister Christian Schmidt in einer Presseerklärung gesagt hatte: „Nach meiner Auffassung bezieht sich das Urteil nicht auf Revolver und Pistolen, deren Bedürfnis für begrenzte jagdliche Zwecke im Bundesjagdgesetz explizit beschrieben ist.“

Weitere wichtige Artikel zum Thema:
Rechtslage zu halbautomatischen Waffen
Halbautomaten-Urteil: Verbände wehren sich
Nächster Stopp: Bundesverfassungsgericht?

Das könnte Sie auch interessieren
Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!