Herdenschutz wird künftig zu 100 Prozent gefördert

Überraschung zum Start der Grünen Woche in Berlin: EU-Agrarkommissar Phil Hogan kündigt umfassende Änderungen bei der Entschädigung von Wolfsangriffen an. Die betroffenen Nutztierhalter dürfen dabei auf insbesondere eine für sie positive Veränderung hoffen.

Schafe auf der Weide

Foto: unsplash

Die Rückkehr des Wolfes in die europäischen Kulturlandschaften sorgt zunehmend für Konflikte. Vor allem die Nutztierhalter sind durch das eingewanderte Großraubtier betroffen. Als Nahrungsopportunisten entdecken viele Wölfe nämlich auch die Nutztiere auf Weiden und sogar in Stallungen wieder für sich. Bisher wurden nur die Kosten für gerissene Nutztiere zu 100 % subventioniert – sofern der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden konnte.

Zum Start der Grünen Woche in Berlin kündigte der EU-Agrarkommissar Phil Hogan nun an, dass diese Unterstützung der Tierhalter ausgeweitet wird, berichtet der Weser-Kurier. „Wir wissen um die Bedrohung, die Wolfsrudel für Tierhalter in einigen Regionen Deutschlands bedeuten, und wollen dies in unseren Bestimmungen zur Förderung des ländlichen Raum berücksichtigen“, so der Politiker. Künftig werden demnach auch Tierarztkosten und Aufwendungen für die Suche nach vermissten Nutztieren erstattet. Außerdem werden Herdenschutzmaßnahmen, wie etwa spezielle Schutzhunde oder Zäune, bald zu 100 % gefördert.

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Allein in Deutschland entstünden dem Steuerzahler dadurch enorme Kosten, wie das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft errechnet hat: Benötigt werden 26.500 Kilometer Schutzzäune für circa 16,5 Millionen Euro und knapp 17.150 Herdenschutzhunde, für deren Anschaffung rund 51,4 Millionen Euro veranschlagt werden.

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