Illegaler Wolfsabschuss sorgt für Diskussionen

Wolf im Wald

Im Schweizer Kanton Graubünden wurde jetzt ein Wolfskadaver entdeckt. Wie 20min.ch berichtet, handelt es sich um einen verendeten Jungwolf. Der Wolf starb offenkundig an den Folgen mehrerer Schrotschüsse. Inzwischen haben die Jagdbehörden Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Bis jetzt ist noch völlig unklar, wer für die Tötung verantwortlich ist.

Der Präsident der Jägersektion Calanda, Barthli Schrofer, wehrt sich gegen die Vermutung, dass der Täter in Jägerkreisen zu finden sein könnte: „Ich bin empört, dass der Wolf auf diese Weise geschossen wurde und man es nun einem Jäger in die Schuhe schieben will.“ Vehement verurteilt er den illegalen Abschuss. Generell sei ein Abschuss zwar sinnvoll, aber nur „in dem Rahmen, wie es der Kanton vorschlägt“. Schließlich würden die Jäger sich an die Spielregeln halten.

Es zeigt sich jedoch nicht jeder derart schockiert über die illegale Wolfstötung wie die Jäger. Der Landwirt Monti Buchli aus Graubünden ist dem Bericht zufolge erfreut: „Ich würde noch jedem etwas bezahlen, der den Wolf abschießt, oder sogar bald selbst losziehen.“ Das Problem sei, dass er seine Geißen nicht mehr mit ruhigem Gewissen rauslassen könne. Buchli resümiert dem Bericht zufolge: „Entweder man rottet den Wolf aus oder den Menschen, ein Zusammenleben funktioniert nicht.“ Auch der pensionierte Bauer Rolf Fravi stößt ins gleiche Horn: „Wer den Wolf ansehen will, kann in einen Tierpark.“

Eine Besonderheit in diesem Fall ist, dass bis Ende März eine Bewilligung des Bundesamts für Umwelt existiert, in den Kantonen St. Gallen und Graubünden zur Regulierung zwei Jungwölfe zu schießen (wir berichteten). Dafür müssten jedoch gewisse Bedingungen erfüllt sein. Dem Bericht zufolge dürften die Jungwölfe beispielsweise nur dann geschossen werden, wenn sie sich im Rudel und in Siedlungsnähe befinden. So solle ein Lerneffekt beim Wolf erreicht werden, wie Georg Brosi, Vorsteher des Amtes für Jagd und Fischerei Graubünden, erklärte. Da nun ein Tier illegal geschossen wurde, dürfe auch nur noch ein weiterer legaler Abschuss getätigt werden. Dass dies bis Ende März noch passieren könnte, sei aber zu bezweifeln, da sich die Wölfe den Siedlungen zurzeit kaum näherten, sagte Brosi.

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