Landesjägerschaft Niedersachsen lehnt Gesetzesnovelle zur Intervalljagd ab

Gänse

Quelle: DJV/ Rolfes

Das jetzt vom Niedersächsischen Landtag verabschiedete Gesetz zur Änderung des Paragraphen 26 des Niedersächsischen Jagdgesetzes wird von der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) entschieden abgelehnt. Konkret geht es bei der Novellierung des Gesetzes um die Einführung einer sogenannten „Intervallbejagung“, die bereits im Jahr 2014 für Vogelschutzgebiete angekündigt worden war.

Durch diese soll zukünftig sichergestellt werden, dass in Vogelschutzgebieten die Jagd auf Wasserfederwild, z. B. Gänse und Enten, in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 30. November nur noch abwechselnd durchgeführt wird, zudem nur noch in vorab ausgewiesenen Teilräumen. Diese Abschnitte, in denen gejagt bzw. nicht gejagt werden darf, sollen außerdem in einem festgelegten zeitlichen Rhythmus regelmäßig wechseln. Vor zwei Jahren wurde das Vorhaben bezüglich Paragraph 26 vom Gesetzgebungs- und Beratungsdienst des Landtags noch gestoppt, da das niedersächsische Jagdgesetz eine Intervalljagd nicht zulässt. Gegen diese „neuerliche Einschränkung der Jagd“ bezieht die LJN klar Stellung. Angesichts der stetig ansteigenden Gänsebestände sei diese nochmalige Verkärzung der Jagdzeit „weder fachlich nachvollziehbar noch wildbiologisch begründet“. 

„Die Gänsepopulationen Niedersachsens erlauben – und bedürfen auch – einer nachhaltigen Bejagung. Nichts ist in diesem Zusammenhang kontraproduktiver als weitere Einschränkungen der Jagdzeiten“, kommentierte Clemens Hons, Justiziar der Landesjägerschaft Niedersachsen, die Verabschiedung der Gesetzesänderung. Die Situation in den Niederlanden zeige, wohin eine falsche „Schutzpolitik“ führen könne. Dort wurde die Bejagung eine Zeit lang weitestgehend ausgesetzt, als Resultat müssen nun jährlich Tausende Gänse vergast werden. Hons: „Solche Verhältnisse kann in Niedersachsen doch niemand ernsthaft wollen.“ Besonders ärgert den Justiziar das Vorgehen der Politik in der Causa. „Die fachlichen Bedenken gegen die stete Einschränkung der Jagdzeiten insbesondere bei den Gänsen sind spätestens seit der Diskussion um die Jagdzeitenverordnung im Jahr 2014 vollauf bekannt und wurden zuletzt nochmals von vielen maßgeblichen Verbänden im Rahmen der Verbandsanhörung zu dieser Novelle ausführlich dargestellt“, sagte Hons. Der Umstand, dass sich eine Landesregierung über dieses Votum der Verbände einfach hinwegsetze, ohne nennenswerte Änderungen vorzunehmen, sei typisch für die politischen Handlungen beim Thema Gänse. „Eine Dialogkultur, wie sie insbesondere das grün geführte Landwirtschaftsministerium immer wieder betont, sieht aus unserer Sicht deutlich anders aus“, sagte Hons deutlich.

Bereits 2014 hatten im Zuge der Verbandsbeteiligung zur Jagdzeitenverordnung elf der 15 Verbände, die zu den Novellierungsplänen Stellung bezogen hatten, Bedenken dagegen geäußert. Auf der Verbandsanhörung Mitte Mai dieses Jahres fiel die Ablehnung sogar noch deutlicher aus; von insgesamt sieben Verbänden äußerten fünf grundsätzliche Einwände gegen den Entwurf.  Von einem „Verordnungs-Trojaner“ sprachen gar die kommunalen Spitzenverbände. Die LJN betont, dass die Bestandsentwicklung bei den Gänsen seit Jahren positiv verlaufe, unter anderem in Ostfriesland, wo diverse Vogelschutzgebiete liegen. Die Jagdausübung nach bisherigen Muster „gefährde in keinem dieser Gebiete den geforderten Erhaltungszustand einer wertgebenden Art“. Zudem würde die stets herangezogene EU-Vogelrichtlinie zu einseitig interpretiert, um sie als vermeintliche Begründung anführen zu können.

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