Jäger erhält anonyme Morddrohung

Nach der Tötung einer nicht heimischen Ente erlebt ein Jagdaufseher einen regelrechten Shitstorm.

See im Wald

Symolbild: thomeck

Mit massiven Anfeindungen und Bedrohungen von Tierschützern und Anwohnern sieht sich derzeit ein Jagdaufseher in der Schweizer Gemeinde Münchwilen (Kanton Thurgau) konfrontiert. Er erlegte eine nicht heimische Moschusente, die sich seit einiger Zeit am Rosenthaler Weiher aufhielt. Bei dem Tier handelte es sich um eine sogenannte invasive Art (Neozoon), die entfernt werden musste.

„Wir sind gesetzlich dazu verpflichtet, nicht einheimische Arten zu entfernen, weil sie unbekanntes Genmaterial in Umlauf bringen“, sagte Roman Kistler, Leiter des Amtes für Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau, gegenüber dem Online-Portal 20min.ch, nachdem der Abschuss der Ente bekannt wurde.

Doch die Spaziergänger und Tierfreunde, die die handzahme Ente bereits in ihr Herz geschlossen hatten, sind mit dieser Erklärung ganz und gar nicht einverstanden. Der Jäger wird von ihnen über Social Media angefeindet und erhält anonyme E-Mails und Briefe, berichtet 20min.ch. Sogar seine Frau und Kinder wurden auf den Abschuss schon angesprochen. Doch auch 20min.ch schürt die schlechte Stimmung gegen den Jäger, indem es mehrere Videos von der zutraulichen Ente in den Bericht miteingebunden hat. Darin ist zu sehen, wie sich das Tier von Spaziergängern streicheln lässt.

Dass Jäger wegen solcher Fälle trotz ihres richtigen Verhaltens scharfer Kritik ausgesetzt sind, ist keine Seltenheit (wir berichteten). Das verdeutliche einmal mehr, wie weit sich die Gesellschaft von der Natur entfernt habe, heißt es auch in einem Bericht der Thurgauer Zeitung. Es gab eine Jagdberechtigung für die Ente, die Entenjagd sei legal und aktuell gebe es auch keine Schonzeit für die Tiere.

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