Rehkitz

Symbolbild: Sabine Langer

Jäger erlöst Kitz und wird Opfer übler Hetze

Ein 53-jähriger Jäger aus Nordhessen, der ein angefahrenes Kitz erlöst hat, ist jetzt Opfer einer massiven Hetze durch sogenannte Tierschützer geworden. Nachdem die von Unwissenheit zeugenden Vorwürfe gegen den Waidmann zunächst breiten Raum in der Medienberichterstattung fanden, klingt der Tenor jetzt in einem neuen Artikel ganz anders: „Jäger tötete verletztes Kitz waidgerecht“.

Die ganze unselige Geschichte begann in der Nacht vom 18. auf den 19. Juni. Laut einem Bericht von lokalo24.de entdeckten Mitglieder eines Katzenhilfe-Vereins ein angefahrenes Rehkitz. Dieses lag auf der Straße kurz vor Guntershausen, einem Stadtteil von Baunatal (Landkreis Kassel). Da das Tier auf sie äußerlich unverletzt wirkte, planten die Tierschützer, es zu einem Tierarzt zu bringen. Ein Polizeisprecher bestätigte dem Bericht zufolge, dass es diesbezüglich einen Anruf gegeben habe: „Es wurde gefragt, ob das Reh zu einem Tierarzt gebracht werden könne. Nach Rücksprache mit dem Jagdpächter haben die Kollegen dazu telefonisch das Okay gegeben.“

In der Zwischenzeit habe jedoch ein Auto mit einem Paar gehalten. Den Schilderungen der Katzenfreunde sei der Mann nach dem Betrachten des Kitzes zum Kofferraum gegangen und mit einem „Teppich- oder Abisoliermesser“ zurückgekehrt. Er habe die mittlerweile vier anwesenden Tierschützer aufgefordert zu verschwinden und dem Rehkitz sodann „die Kehle durchtrennt“. Das junge Tier habe „laut geschrien, bis es den Tod fand”. Zu beklagen sei neben dem „barbarischen Vorgehen der Schächtung“ auch die „unmittelbare Bedrohung durch einen Mann, der sich nicht ausgewiesen hatte“.

Dieter Büchling von der Guxhagener Katzenhilfe erklärte gegenüber der Zeitung: „Eine Vorstellung des Kitzes bei einem Tierarzt, der Bereitschaftsdienst hatte, wäre zwingend notwendig gewesen, der dann feststellen konnte, was mit ihm geschehen sollte.”

Dass die unqualifizierten Vorwürfe gegen den Jäger und die verunglimpfende Berichterstattung so nicht stehen bleiben konnten, wurde offenbar auch bei lokalo24.de in den vergangenen Tagen erkannt. Unter dem Titel „Nachgeforscht“ wird dem 53-Jährigen nun in einem neuen Artikel bescheinigt, dass er waidgerecht vorgegangen ist. Er habe an dem Tier Anzeichen für innere Blutungen und einen Becken- oder Wirbelbruch festgestellt und es nach einem Telefonat mit dem zuständigen Jagdpächter erlöst, sagte der Mann der Zeitung. Dies sei durch einen einzigen Stich hinter den Vorderläufen und durch anschließendes Drehen der Klinge geschehen. Dabei sei nicht etwa ein Abisoliermesser zum Einsatz gekommen, sondern ein dafür geeignetes Jagdmesser. 

Der Verfasser des lokalo24-Berichts konnte sogar das zu Beweiszwecken eingefrorene Tier ansehen und entdeckte nur eine Eintrittswunde an der beschriebenen Stelle. Sein Fazit: Das dem Jäger vorgeworfene Durchtrennen der Kehle „kann demnach nicht stattgefunden haben“.

Die  Anfeindungen und Verbal-Attacken der Katzenfreunde hätten ihn stark getroffen, sagte der 53-jährige Waidmann. Eine Bedrohung seinerseits – wegen der er angezeigt worden war – habe es nicht gegeben. Er selbst behalte sich nun vor, die Tierschützer wegen Verleumdung und übler Nachrede anzuzeigen.

Das könnte Sie auch interessieren
Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!