Jäger unter Verdacht: illegaler Seeadler-Abschuss aufgeklärt?

Seeadler schnappt sich einen Fisch

Foto: Dieter Hopf

Nach dem illegalen Abschuss eines geschützten Seeadlers im Kreis Stade (wir berichteten), gibt es einen Tatverdächtigen. Es soll sich um einen 65-jährigen Mann aus der Umgebung handeln, heißt es von der Staatsanwaltschaft. CN-Online berichtet, dass Oberstaatsanwalt Kai-Thomas Breas von einem Abschuss am 27. Januar ausgeht. An diesem Tag hätten mehrere Zeugen einen Mann beobachtet, der mit einer langen Waffe in unmittelbarer Nähe des Horstes unterwegs gewesen sei. Kurz darauf hätten die Zeugen einen Schuss gehört. Das Datum passt zu den Untersuchungen. Der Vogel war zwar erst am 10. Februar gefunden worden, die Experten hatten den Tod aber auf einen Zeitraum zwischen dem 25. Januar und dem 2. Februar eingegrenzt.

Profitgier als Ursache für den Abschuss?

In der Nähe des Adlerhorsts besitzt der mutmaßliche Schütze Land. Durch die geschützten Seeadler ist es aber nicht frei verfügbar. Der Oberstaatsanwalt vermutet dem Bericht zufolge, dass Planungen für Windkraftanlagen das Motiv sind. Das Grundstück wäre dadurch nämlich deutlich mehr wert. Der Beschuldigte hat bisher nicht ausgesagt und lässt sich von seinem Anwalt vertreten. Noch ist nicht klar, ob Strafbefehl beantragt oder Anklage erhoben wird.

Landesjagdverband hatte die Tat verurteilt und disziplinarische Konsequenzen angekündigt

Kurz nachdem die Tat bekannt wurde, hatte die Landesjägerschaft Niedersachsen die Tat verurteilt. Präsident Helmut Dammann Tamke kündigte damals an: „Sollte sich bei den polizeilichen Ermittlungen herausstellen, dass es sich um einen Jäger und Mitglied unseres Verbandes handelt, hat er neben einer strafrechtlichen Verfolgung auch mit verbandsinternen Disziplinarmaßnahmen zu rechnen.“

Es drohen empfindliche Strafen

Wie CN-Online berichtet, könnte der mutmaßliche Täter wegen des Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz angeklagt werden. Es droht eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro. Bei besonders streng geschützten Arten wie dem Seeadler könnte das Gericht sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren verhängen.

Nicht der erste Fall in der Umgebung

2006 und 2007 wurden in der näheren Umgebung des Fundorts vier tote Seeadler entdeckt. Alle wurden vergiftet, sagte ein Sprecher des Kreises gegenüber Outfox-World. Ein Täter konnte nie ermittelt werden.

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