Kanadagänse: Drohung mit der Drohne

Der Kot von Kanadagänsen verschmutzt viele Grünflächen im Ruhrgebiet. Da Abschüsse nicht möglich sind, testet Mülheim an der Ruhr eine Vertreibung per Drohne.

Kanadagans

Die Kanadagänse werden beim Anblick der „Phantom P330“-Drohne ganz schon dumm gucken, wenn diese ab kommender Woche ihren Lieblingsplatz an einem Mülheimer Sportplatz umkreist. Ob diese ungewöhnliche Methode wirklich dauerhaft Wirkung zeigt, wird sich allerdings erst noch herausstellen. Für die Stadt ist es ein Test, um die rund 30 Tiere von der Sportanlage an der Mintarder Straße zu verscheuchen, berichtet die Regionalausgabe der Bildzeitung. Bei den dort trainierenden Sportlern sorgen die Hinterlassenschaften der Gänse nämlich wörtlich gesprochen für ziemlich „beschissene“ Landungen nach dem Weitsprung.

Neben der Drohne soll auch ein Mähroboter zum Einsatz kommen, um das Gras des Sportplatzes kurz zu halten und den Gänsen so die geliebte Futterquelle zu entziehen. Als zusätzliche Abschreckungsmaßnahme sucht die Stadt derzeit noch nach einem Falkner, der einen Steinadler besitzt. Eine herkömmliche Jagd sei auf dem befriedeten Gelände nicht möglich, erklärt Ralf Wind, der stellvertretender Amtsleiter beim Mülheimer Sportservice gegenüber der Bild. Der Greifvogel soll daher einige Gänse erbeuten und die übrigen vom Gelände vertreiben.

Ähnliche Probleme wie in Mülheim treten auch in der Nachbarstadt Essen auf. Mit Fütterungsverboten und gefluteten Schilfinseln nimmt die Stadt dort den Kampf gegen die Kandagänse auf. Im Grugapark werden zudem besonders proteinarme Grassorten getestet. Die Stadtverwaltung hofft nun, dass das Gras für die Gänse nicht nahrhaft genug ist, so dass sie dort nicht mehr hinkommen.

Damit entscheidet sich Essen nun bewusst gegen den Abschuss der Gänse. Eine geplante Bejagung der Tiere hatte bereits im vergangenen Sommer zu enormen Protesten von Tierschützern geführt (wir berichteten). Der Unmut der Protestler schaukelte sich in der damaligen Debatte sogar so hoch, dass es anonyme Morddrohungen gegen Mitarbeiter des Essener Gruga-Parks gab (wir berichteten).

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