Kaum Feierlaune am Tag des Wolfes

Der NABU hat den 30. April zum „Tag des Wolfes“ ausgerufen. Viel zu feiern gibt es heuer nicht. Eher Gründe, um zu trauern: Zum Beispiel um ein Fohlen im Brandenburgischen, das auf einer vorbildlich gesicherten Weide gerissen wurde. 

Wölfe

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Besonders schlimm für Hardcore-Wolfsfreunde: Viele Regionalzeitungen verzichten mittlerweile auf das Fragezeichen zur Täterschaft. Auch dann, wenn das Senckenberg-Labor noch nicht untersucht hat, ob womöglich Hunde oder Füchse am Riss beteiligt waren. So auch jetzt beim gewaltsamen Tod eines Norweger-Fohlens im brandenburgischen Nuthe-Urstromtal.

Die Räuber hatten das erst wenige Tage alte Tier auf der Weide gerissen und dann durch den Elektrozaun auf eine angrenzende Wiese gezerrt, um das Fohlen dort in aller Ruhe zu verspeisen. Die „Märkische Allgemeine“ zitiert den Tierhalter: „Wir haben alles gemacht, was die Wolfsbeauftragten von uns gefordert hatten.“ Trotzdem verlor er bereits fünf Alpaka-Schafe und vier Kälber an die Räuber. Und nun das wertvolle Zuchtfohlen.

Die Theorie, dass Pferde vor Wölfen sicher seien, ist damit ein weiteres Mal widerlegt. Wie die immer wiederkehrende Behauptung, dass verlässlicher Herdenschutz nur eine Frage des guten Willens sei. In der Pro-Wolf-Szene wird ohnehin kaum um solche Glaubwürdigkeitsprobleme diskutiert, sondern darüber, ob Viehalter ihre Tiere überhaupt verteidigen dürfen.

Am Rande: In Sachsen-Anhalt lässt der Mitteldeutsche Rundfunk seine Hörer gerade über den Wolf abstimmen. Zur Zwischenbilanz unterstützen rund zwei Drittel die Forderung nach einer geordneten Bejagung. Zeitgleich veröffentlichte der Landesjagdverband neue Zahlen: Die Zahl der Reviere mit Wolfssichtungen ist demnach binnen vier Jahren um 260 Prozent gestiegen. Die Hälfte aller Pächter in Sachsen-Anhalt haben den Wolf als Mitjäger.

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