„Kein guter Tag für das Wolfsland Brandenburg“

Neue Wolfsverordnung ruft bei Verbänden des ländlichen Raums Enttäuschung hervor.

Wolf

Die neue Brandenburger Wolfsverordnung (BbgWolfV) sorgt für Enttäuschung bei Verbänden des ländlichen Raums. Unmittelbar nachdem Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) das Dokument unterzeichnet hatte, erklärte das Forum Natur Brandenburg, wenn die Verordnung immer noch regele, dass man Wölfe durch Steinwürfe oder Stockhiebe vertreiben könne, sie dabei aber nicht verletzen dürfe, ähnele das Papier einer „satirischen Glosse“. In dem Forum haben sich sechs Verbände zusammengeschlossen, darunter der Landesjagdverband und der Landesbauernverband.

Schon als Ende November der Entwurf der Verordnung vorgestellt wurde, hatte der Bauernbund Brandenburg die Regelungen als „komplett untauglich“ bewertet (wir berichteten). Jetzt räumte das Forum Natur per Pressemitteilung ein, dass Umweltminister Vogelsänger gewillt sei, rechtliches Neuland zu betreten und in letzter Minute noch auf Anregungen von Praktikern eingegangen sei. Laut der neuen Bestimmung müsse ein Wolf nicht mehr zweifelsfrei, sondern nur noch „mutmaßlich“ als derjenige identifiziert werden, der einen Schutzzaun mehrfach überwindet. Dies mache trotz „enormer Praxisferne“ deutlich, dass man zumindest nach praktikablen Lösungen suchen wolle.

Das Forum Natur betonte, der gesetzliche Rahmen von Bund und EU sei beim Thema Wolf von derart schlechter Qualität, dass man Vogelsänger insgesamt nur einen bedingten Vorwurf machen könne. „Das Neuland, das der Minister mit seiner Verordnung betreten hat, ist – bei Licht betrachtet – sumpfiger Boden. Insofern verwundert es nicht weiter, dass er darin weitgehend stecken bleiben muss“, fasste Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes und Vorstand im Forum Natur, seinen Eindruck zusammen.

Die Verbände fordern eine konsequente Reform der übergeordneten gesetzlichen Regularien: „Sowohl die Einstufung der Wölfe in die Anhänge der FFH-Richtlinie als auch die im Vergleich zu anderen Mitgliedsstaaten geradezu hanebüchene Umsetzung in nationales Recht müssen dringend überarbeitet werden.“ Hier sei der Bund in der Pflicht. „Wenn Verordnungen und Gesetze, die das Management von Tierarten ermöglichen sollen, nicht praktikabel sind, dann untergräbt das das Vertrauen in den Gesetzgeber“, sagte Wendorff. „Das ist heute noch kein guter Tag für das Wolfsland Brandenburg.“

Nähere Informationen zur BbgWolfV gibt es auf der Webseite des brandenburgischen Umweltministeriums.

Einen umfangreichen Überblick über das Thema Wolf finden Sie auch hier in unserem Wolfsticker: Hier klicken!

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