Kitzretter zeigen großes Engagement

Neu gegründeter Verein „Kitzrettung Erfde e.V.“ macht es sich zur Aufgabe, Jungtiere vor dem Mähtod zu bewahren.

Kitz im Gras

Schätzungsweise 500.000 Wildtiere fallen jedes Jahr der ersten Mahd im Mai zum Opfer. Besonders die jungen Rehkitze können den immer größer und schneller werdenden Maschinen oft nicht entkommen. Auch das Verhalten einzelner Landwirte sorgte in den vergangenen Jahren für Kritik (wir berichteten). Der neue Verein „Kitzrettung Erfde e.V.“ aus dem Kreis Schleswig-Flensburg möchte die Kitze und auch andere Tiere vor dem grausamen Mähtod retten. Damit reiht sich der Verein in eine lange Liste von Projekten zur Jungwildrettung ein (wir berichteten hier und hier und hier).

„Ab Mai verläuft die Mahd ziemlich parallel zu den Setzzeiten der Ricken, denen die neugeborenen Kitze noch nicht folgen können“, erklärte Vorstandssprecherin Daniela Wangerin, die sich seit drei Jahren bei Kitzrettungsaktionen engagiert, jetzt gegenüber der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung. Schon in ihrer Kindheit nahm ihr Vater, ein passionierter Jäger, sie mit. „Mein Vater ist seit 40 Jahren Jäger und hat mich immer mitgenommen, um nach hilflosen Kitzen zu suchen und sie zu retten.“ Daran hält die 36-jährige Erzieherin bis heute fest.

Durch die konstruktive Zusammenarbeit von einigen Landwirten und Jägern mit den Freiwilligen, konnten im ersten Jahr (2015) 13 Rehkitze, im Jahr 2017 bereits 25 Kitze und ein Junghase gerettet werden. „Nebeneinander, in einer Art Menschenkette, gehen wir dabei über das Feld und suchen im hohen Gras nach Kitzen.“ Sie heben die neugeborenen Tiere mit einem großen Grasbüschel auf und bringen sie an geschützte Knickstellen. Dabei tragen sie auch Handschuhe.

Schriftführerin Cathrin Ochsenknecht fasst das grundsätzliche Problem des Vereins zusammen: „Wir können nicht alle Kitze retten. Dafür haben wir einfach zu wenig Leute und zu viele Felder.“ Das soll sich mit der Vereinsgründung ändern. Durch die erhofften neuen Helfer sollen Nachbarn und Jugendliche aus einer Betreuungseinrichtung, in der Wangerin arbeitet, unterstützt werden. Durch die eingehenden Spenden möchte sich der Verein als erstes eine Flugdrohne mit Wärmebildkamera zulegen, um einfacher und effektiver Tiere vor der nächsten Mähsaison zu retten. Mehr zum Thema „Kitzrettung mithilfe von Drohnen“ lesen Sie hier.

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