KJS Warendorf beschafft 120 Lebendfangsysteme

Jäger investieren über 100.000 Euro in Niederwildhege und Biodiversität.

Lebendfangsysteme der KJS Warendorf

Foto: KJS Warendorf

Seit Jahren sinken im Münsterland die Bestände von Hase, Fasan, Wildkaninchen und Co. Mit einer beispielhaften Aktion versucht die Kreisjägerschaft (KJS) Warendorf gegen diesen Trend aktiv anzugehen und übernimmt Verantwortung für ihr Niederwild. Denn nur was nicht gefressen wird, kann auch schöner wohnen…

Unter diesem Motto hat die Kreisjägerschaft Warendorf weitere 120 tierschutzgerechte Lebensfangsysteme und über 200 Fangmelder für Ihre Mitglieder beschafft. Über 100.000 Euro, die die Jäger des Kreises für Niederwildhege und Biodiversität aus eigener Tasche in die Hand nehmen. Die Investition ist das eine, der Einbau der Fallen und die Betreuung das andere.

Nach der Devise „Machen ist halt besser als Wollen“ ist die Bereitschaft der Warendorfer Jäger zu beidem vorhanden: Waschbär und Marderhund sind mittlerweile im gesamten Kreis vertreten und auch die Besätze von Fuchs, Dachs und Marder sind in die Höhe gegangen – eine Entwicklung, die wirksam und nachhaltig nur mit Fangjagd zu begrenzen ist.

Bei einem Nahrungsbedarf von 150 kg tierischer Biomasse pro Fuchs und Jahr kann man sich leicht vorstellen, welche positiven Effekte eine konsequente Raubsäugerbejagung auf die Populationen der Beutetiere haben kann.

Waren dieses Mal Auflagen und Forderungen für in Aussicht gestellte Fördergelder in geringer vierstelliger Höhe aus öffentlicher Hand für die Kreisjägerschaft noch nicht zu stemmen, fanden sich doch andere Mitstreiter, die das ehrenamtliche Engagement der Warendorfer Jäger unterstützen. So beschloss die Jägerstiftung natur+mensch den Einsatz der Jäger für die Prädationskontrolle im Kreis zu honorieren und zu fördern.

Insgesamt 90 Tonnen Material mussten bewegt werden

Foto: KJS Warendorf

Die KJS Warendorf und die Jägerstiftung unterstützen die Initiative mit je 2.500 Euro aus eigenen Mitteln und auch der WLV Kreisverband Warendorf gibt einen Zuschuss als Zeichen, dass Jäger und Bauern im Ringen um Biodiversität in der Kulturlandschaft an einem Strang ziehen.

Am Samstag, dem 22. Juni 2019, war es dann so weit: Die Fallensysteme, insgesamt 90 Tonnen Material, wurden an zwei Abladestellen im Kreis an die Reviere ausgeliefert.

Stapler, Teleskoplader und viele ehrenamtliche Helfer

Foto: KJS Warendorf

Eine gewaltige Aufgabe für die ehrenamtlichen Helfer, die mit der zur Verfügung gestellten Hubtechnik in Form von Staplern und Teleskopladern bis zum Nachmittag gemeistert wurde. Eingesetzt werden 5 verschiedene Lebendfangsysteme der Hersteller DOSE, Raiffeisen Melle, Stratmann, Krefelder Fangsysteme und Funke.

Auch schon in der Vergangenheit bewies die KJS Warendorf Initiative: Bereits 2005 – als noch fast niemand an das Insektensterben dachte – begann die Kreisjägerschaft blühende Schonstreifen anzulegen und führte dies erfolgreich fort. Bis heute beschafften die Jäger des Kreises allein für diese Aktion 60 Tonnen Saatgut. Dieses Saatgut ist ausreichend für eine Fläche von 6.000 ha – also eine Fläche von 8.400 Fußballfeldern blühendes Münsterland.

Ein weiteres Beispiel für Naturschutz aus Jägerhand, das Schule machen sollte!

Hintergrund:

In den vergangenen 10 Jahren sind die Niederwildbestände im einst so wildreichen Münsterland rapide zurückgegangen. Neben der Intensivierung der Landwirtschaft und sich veränderndem Klima bis hin zu extremen Wetterphänomenen, spielt auch der Prädationsdruck, insbesondere verursacht durch Raubsäuger wie Fuchs, Waschbär und Marderhund, eine gewichtige Rolle für die Überlebenschance von Feldhase, Fasan, Wildkaninchen und Co.

Dies zeigt sich exemplarisch auch im Kreis Warendorf, mit seiner für das Münsterland charakteristischen Landschaft:

Niederwildstrecken im Kreis Warendorf (Quelle: hegebeauftragter.nrw)

Niederwildstrecken im Kreis Warendorf (Quelle: hegebeauftragter.nrw)

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