Kormorane: Umweltminister Backhaus hat genug

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus (SPD) fordert die Bundesregierung auf, Bewirtschaftungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Kormorane

Wenn es nach Dr. Till Backhaus geht, leben in seinem Bundesland längst genügend Kormorane. Der mecklenburg-vorpommersche Umweltminister fordert daher jetzt von der Bundesregierung, „klare Bewirtschaftungsmöglichkeiten“ für die Population Kormoran aufzuzeigen. „Die Höhe des guten Erhaltungszustandes ist meiner Meinung nach längst erreicht“, sagte der SPD-Politiker. „Das belegen die wissenschaftlich fundierten Bestandserhebungen.“

Laut einer Pressemitteilung betonte Backhaus, eine Bewirtschaftung des Bestandes könne nur durchgesetzt werden, „wenn sich die Bundesregierung endlich erfolgreich bei der EU-Kommission für die Zuordnung des Kormorans zu Anhang II der Vogelschutzrichtlinie einsetzt“. Der Minister wies darauf hin, dass 15 Prozent der Brutpaare an Binnengewässern lebten, wo die Kormoran-Verordnung des Landes bereits jetzt unter bestimmten Bedingungen die Vergrämung und den Abschuss von Vögeln erlaube. Um „erhebliche fischereiwirtschaftliche Schäden in Binnengewässern“ abzuwenden, sei ein Vorgehen beispielsweise außerhalb der Brutzeit und der Schlafquartiere möglich.

Da allerdings 85 Prozent der Kormorane in Mecklenburg-Vorpommern an den Küstengewässern lebten, könne eine spürbare Reduktion des gesamten Bestandes nur mithilfe umfangreicher und langfristiger Maßnahmen erreicht werden, etwa durch den Einsatz von Lasern, die die Tiere verscheuchen. Backhaus verwies auf ein Gutachten der Universität Rostock, demzufolge jährlich 7.500 Paare vom Brüten abgehalten werden müssten, um einen Bestandsrückgang zu erreichen. „Aus genau diesem Grund fordere ich die Bundesregierung auf, den guten Erhaltungszustand der Population zu bestätigen und klare Bewirtschaftungsmöglichkeiten aufzuzeigen“, sagte der Umweltminister.

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