Krähen-Abschuss zum Kiebitz-Schutz

Niedersächsische Naturschutzverbände fordern ein Ende der intensiven Bejagung. Frieslands Kreislandwirt Hartmut Seetzen kontert im Sinne des Naturschutzes.

Rabenkrähe

Foto: Dieter Hopf

Kritische Stimmen zur Jagd auf Krähenvögel werden immer wieder laut. Erst kürzlich äußerten sich Naturschutzbund (Nabu) und Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) ablehnend zur intensiven Bejagung der Vögel. Aufgrund der Kritik der niedersächsischen Naturschutzverbände fürchten Landwirte in Friesland, dass Nabu und Bund ein generelles Abschussverbot für die Rabenkrähe durchsetzen könnten.

Es gebe für die Bejagung keinen vernünftigen ökologischen Grund, so der gemeinsame Tenor der beiden Organisationen. Die Naturschützer verwiesen zudem darauf, dass in den vergangenen 15 Jahren allein in Niedersachsen mehr als eine Million Rabenkrähen geschossen wurden. Damals war das Jagdverbot für Rabenkrähen gegen den Widerstand von Tier- und Umweltschützern in Niedersachsen aufgehoben worden.

Frieslands Kreislandwirt Hartmut Seetzen ist irritiert über die Äußerungen der Naturschutzverbände, die scheinbar „vom Schreibtisch aus“ getroffen wurden. „Wie viele Rabenkrähen hätten wir wohl, wenn diese nicht geschossen worden wären?“, kontert der Kreislandwirt in der Nordwest-Zeitung. Im Landkreis hat Seetzen die Mitglieder des Runden Tischs Naturschutz auf seiner Seite. An diesem sitzen auch Kreislandvolk und Jägerschaft.

Zum Schutz vieler Bodenbrüter sei ein Abschuss sinnvoll und notwendig, betont der Kreislandwirt dem Bericht zufolge. So wie viele Landwirte Frieslands engagiert sich Seetzen für den Gelegeschutz: „Wir passen auf die Nester von Kiebitz, Rebhuhn und anderen Vögeln auf, doch Prädatoren wie die Rabenkrähe machen uns Kummer.“ Besonders absurd: „Wenn Nester von Krähen zerstört werden, dann stehen wir Landwirte meist unter Generalverdacht.“

Die schlauen Rabenvögel, die ohnehin schwer zu jagen sind, schaden jedoch nicht nur dem Ruf der Landwirte, sondern fügen ihnen durch das Zerhacken der Silonetze auch finanziellen Schaden zu.

Das könnte Sie auch interessieren
Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!