Kühl fordert staatliche Subventionen für Wildschweinfleisch

Der Geschäftsführer der Outfox GmbH & Co KG, Jagdreiseveranstalter der K&K Premium Jagdreisen und anerkannte Jagdexperte, Kai-Uwe Kühl, ist besorgt über die Zukunft der Jagd auf Wildschweine, falls es keine Korrekturen bzw. keine stärkere staatliche Unterstützung gibt. In einem Interview mit all4hunters.de fordert er einen staatlich subventionierten Mindestpreis von 2,00€/kg für Wildschweine in der Schwarte.

Kai-Uwe Kühl

Kai-Uwe Kühl: „Da der politische Wille eine intensivste Bejagung fordert, sehe ich die Politik in der Pflicht, den Jägern auch bei der Vermarktung zu helfen und dafür zu sorgen, dass ein marktgerechter Preis für dieses hochwertige Wildfleisch erzielt wird. Denn kein Jäger wird weiterhin Schwarzwild erlegen, wenn er dieses nicht vermarktet bekommt.“

Kühls Ansatz ist daher, dass zukünftig der Differenzbetrag zwischen erzieltem Wildbretpreis in einer Größenordnung von ca.  2,00 Euro pro Kilogramm in der Schwarte von den Ländern getragen wird. "Das scheint mir sinnvoller als eine Pürzelprämie, welche dazu führt, dass möglicherweise Pürzel aus anderen Bundesländern beispielsweise nach Mecklenburg-Vorpommern geschickt und Sauen damit doppelt erfasst werden“, sagt Kühl.

Der Hintergrund sei, dass die Jäger nach § 1 Bundesjagdgesetz (BJG) dazu verpflichtet sind, die Wildbestände den landeskulturellen und landwirtschaftlichen Verhältnissen anzupassen.

Seit Jahren steigen die Schwarzwildbestände dramatisch. Das sei  nicht das Verschulden der Jäger. Im Jagdjahr 2017/2018 wurden rund 820.000 Wildschweine erlegt. Das war eine Steigerung um 160.000 Stück in einem Jahr.

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„Die deutschen Jäger haben diese Rekordstrecke mit viel Engagement, Zeit und Aufwand zustande gebracht. Diese zusätzlichen Mengen an Wildbret müssen aber auch verkauft und als Nahrungsmittel dem Endverbraucher angeboten werden“, führt Kühl weiter aus.

Es sei also temporär ein Überangebot an Wildbret vom Schwarzwild entstanden, das die Wildhändler so kurzfristig nicht aufnehmen und vermarkten konnten, was zur Marktverstopfung geführt habe.

Auf der anderen Seite wird seitens der Politik gefordert, dass die Schwarzwildbestände rigoros abgesenkt werden müssen, da das Wildschwein als wesentlicher Vektor für die Übertragung der ASP gesehen wird. „Hier sollte die Politik nicht nur fordern, sondern unterstützend eingreifen“.

Die mediale Präsenz der ASP sorgt darüber hinaus natürlich beim Verbraucher für eine Verunsicherung, obwohl der ASP-Virus für den Menschen ungefährlich ist. Wir haben alle noch die Bilder vor Augen, als BSE grassierte und Millionen Rinder gekeult werden mussten.

Die Jäger seien letztendlich dem Aufruf der Politik gefolgt und haben besagte 160.000 Wildschweine pro Jahr mehr erlegt – mit der Konsequenz, dass der Preis für Schwarzwild auf ein Rekordtief von mancherorts 0,30 Euro pro Kilo in der Schwarte gesunken ist. Das Ende vom Lied: „Jäger werden das erlegte Wild nicht mehr los.“

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