Landesjagdverband Hessen: Populationsregulierung der pelzigen Plagegeister

Aufhebung der Schonzeit für Jungwaschbären gefordert.

Waschbär

Eine unverzügliche Aufhebung der Schonzeit für Jungwaschbären und die Umsetzung der EU-Verordnung zu invasiven Arten fordert der Landesjagdverband (LJV) Hessen. Gemäß der Jagdverordnung, die im April 2016 in Kraft trat, dürfen Waschbären vom 1. März bis zum 31. Juli nicht bejagt werden. „Die Fangjagd ist das effektivste Mittel, um den nachtaktiven Räuber zu bejagen. Um eine Art einzudämmen, ist besonders die Entnahme von Jungtieren notwendig. Elterntiere sind während der Aufzuchtphase ihrer Jungen durch das Bundesjagdgesetz besonders geschützt – dafür ist keine zusätzliche Schonzeit nötig“, so Professor Dr. Jürgen Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbandes Hessen.

Erst kürzlich hat die EU-Kommission den Waschbären auf die Liste mit 37 invasiven Arten, die zurückgedrängt werden sollen, aufgenommen (wir berichteten). Denn die eigentlich aus Nordamerika stammenden Neubürger richten nicht nur Schäden an der Hausdämmung an, sondern gefährden auch die hiesige Artenvielfalt. Weil der Kleinbär keine natürlichen Fressfeinde fürchten muss, auf seinem Speiseplan aber auch gefährdete Tierarten stehen, hat der Deutsche Jagdverband 2017 zum Jahr des Waschbären ernannt (wir berichteten).

In der vergangenen Woche hat die Bundesregierung neue Regeln zum Schutz der Artenvielfalt auf den Weg gebracht. Das Kabinett beschloss ein Durchführungsgesetz zur EU-Verordnung über gebietsfremde Arten. Die Aufgabe, geeignete Maßnahmen zu entwickeln, liegt demnach bei den Ländern. Denn nur diese seien in der Lage, die Verhältnisse vor Ort richtig zu beurteilen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landesjagdverbandes Hessen. Daher richtet LJV-Präsident Ellenberger seine Forderung hinsichtlich der Aufhebung der Schonzeit mit Nachdruck an die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne).

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