LJV Schleswig-Holstein kritisiert Naturschutzgesetz

Hermelin

Foto: Dieter Hopf

Die im Kieler Landtag beschlossenen Änderungen (wir berichteten) für das neue Naturschutzgesetz stoßen beim Landesjagdverband (LJV) Schleswig-Holstein auf Kritik. In einer Mitteilung des Verbands heißt es, die neu eingebrachten Änderungen seien wenig durchdacht und praxisfern.

Die schlimmste Änderung für den LJV ist die Herausnahme der Hermeline und Mauswiesel aus den jagdbaren Arten. Der Präsident des Landesjagdverbands, Wolfgang Heins, zeigte sich im höchsten Maße empört über diese Entscheidung: „Damit wird dem Artenschutz ein Bärendienst erwiesen.“ Wie der Präsident betonte, sei die Fallenjagd unverzichtbar, um Bodenbrüter zu schützen, und dennoch werde der Einsatz bestimmter Fallen praktisch unmöglich gemacht.

Der Geschäftsführer des LJV, Andreas Schober, erklärte, dass Mauswiesel und Hermelin von den meisten Jägern zwar ohnehin seit Jahren nicht mehr intensiv bejagt worden seien. Es ginge jedoch vielmehr um die Jagd auf Marder, die nun „faktisch nicht mehr möglich“ sei. In der Mitteilung heißt es, dass beim Einsatz vom Fallen nicht ausgeschlossen werden könne, dass auch Hermelin oder Mauswiesel gefangen werden. Durch die Streichung der Tierarten aus den jagdbaren Arten würde der Beifang der Tiere nun für den Jäger aber gegebenenfalls eine Straftat bedeuten. Andreas Schober erwartet daher „weitreichende Konsequenzen“.

Der LJV befürchtet durch die Änderungen des Naturschutzgesetzes einen steigenden Marderbesatz. Dies könnte nicht nur für bedrohte Singvögel und Kleinsäuger, sondern auch für die Menschen zu einem Problem werden, „da dem allerseits bekannten Dachboden- und Automotorraumbewohner nicht mehr effektiv nachgestellt werden kann“.

Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen, Marlies Fritzen, sagte laut einem Bericht von Der Nordschleswiger, das Töten von Tiere bräuchte einen „vernünftigen Grund“ und eben dieser sei bei Hermelin und Mauswiesel nicht gegeben. Fritzen erklärte: „Bodenbrütende Vögel werden vor allem durch den Fuchs gestört, der auch weiterhin bejagt werden darf.“

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