Luchs tötet sieben Schafe auf einen Streich

Tiere des Harzer Auswilderungsprojekts treiben sich im Solling rum.

Luchs

Symbolbild

Die Spuren im Schnee haben ihn verraten. Ein Luchs hat im niedersächsischen Mittelgebirge Solling sieben Schafe gerissen. Tot aufgefunden habe der Schäfer die kleine Herde bereits am Freitagmorgen auf der Weide in der Nähe von Lobach (Kreis Holzminden), heißt es in einem Bericht des NDR. Dass es eindeutig ein Luchs war, konnten die Experten an dem Trittsiegel feststellen, bestätigte Ole Anders, Koordinator des Harzer Luchsprojekts. Außerdem sei die Art und Weise, wie die Schafe getötet und dann angefressen wurden, typisch für die Raubkatze. „Luchse ersticken ihre Jagdbeute durch einen gezielten Biss in die Kehle“, erklärte der Luchs-Experte weiter. 

Wie aus dem NDR-Artikel hervorgeht, habe es seit Beginn des Harzer Luchs-Auswilderungsprojektes im Jahr 2000 nur einen vergleichbaren Fall gegeben. 2002 hatte ein Luchs im Harz vier Heidschnucken getötet. Ansonsten hätten sich die Raubkatzen bislang sehr unauffällig verhalten.

Normalerweise töten Luchse nur Tiere, um ihren Hunger zu stillen. Im aktuellen Fall habe die Raubkatze allerdings nur zwei der Tiere angefressen. Die restlichen Schafe im Gehege seien wohl ihrem natürlichen Jagdreflex zum Opfer gefallen, vermutet Karsten Dörfer, Naturschutzbeauftragter des Landkreises Holzminden, in einem Gespräch mit dem Westfalen-Blatt.

Ob es sich im aktuellen Fall um ein einzelnes Tier handelt oder ob mehrere Luchse an der Jagd auf die Schafe beteiligt waren, versuchen Experten anhand von Speichelresten zu klären. Zudem erhoffe man sich so Aufschlüsse über das Geschlecht des Tieres. Dem Besitzer der Schafherde wird währenddessen der entstandene Schaden durch den Luchs-Riss ersetzt.

Schon im vergangenen Herbst habe es Hinweise auf Luchsnachwuchs in der Region gegeben und einige Tage vor dem Riss war in der Nähe des Tatorts eine Luchsin mit vier Jungtieren gesehen worden. Seit einiger Zeit gebe es Hinweise darauf, dass es den Luchsen im Harz zu eng geworden ist und sie daher auch in andere Waldgebiete auswandern, sagt Ole Anders. Über die wenigen Schlupflöcher der Autobahn 7 seien sie bis in den etwa 1,5 Autostunden entfernten Solling vorgedrungen.

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