Luxemburg kapituliert vor der Schweinepest

Luxemburg macht seinem Ruf als Mekka der Jagdgegner mal wieder alle Ehre: Obwohl die Afrikanische Schweinepest direkt vor der Tür steht, halten die Behörden eisern an Regeln fest, die eine präventive Schwarzwildbejagung massiv erschweren. Die Bauern gehen auf die Barrikaden.

Wildschweine an Suhle

Foto: danielbahrmann

Tatsache ist: Mit dem ASP-Nachweis nahe der belgischen Stadt Messancy (Metzig) ist die Schweinepest direkt an der Grenze zu Luxemburg angekommen. Aber während die Belgier alles daran setzen, die Seuche aufzuhalten, scheint im Nachbarland vor allem wichtig, die Jäger an einer effektiven Schwarzwild-Bejagung zu hindern. Die Behörden bestehen auf strenge Wahrung der Schonzeiten und lassen technische Hilfen wie Nachtsichtgeräte nicht zu.

Spannend ist, wie Jäger und Landwirte in dieser Bedrohungssituation zusammenhalten: Zu einer Protestversammlung des Jagdverbands „Fédération Saint-Hubert des chasseurs du Grand-Duché de Luxembourg“ (FSHCL) kamen 600 Leute, darunter viele Landwirte. Und sie klatschten tosenden Beifall für Jäger-Präsident Georges Jacobs, der „Wildschweinjagd mit allen Mitteln“ fordert.

Die Luxemburger Regierung hat zwar eine „Task Force“ zur Bekämpfung der Schweinepest eingesetzt. Aber bei der stoßen alle Vorschläge für eine effektive ASP-Abwehr auf taube Ohren, klagen Jäger und Landwirte. Selbst entlang der Grenze zu Belgien gelten die Schonzeiten unverändert. Experten, die zur Protestversammlung aus Frankreich und Belgien eingeladen waren, können da nur noch den Kopf schütteln.

Klar ist: Ist die Seuche erst mal in Luxemburg, dürfte ein Übergreifen auf die deutschen Nachbarregionen höchstens eine Frage der Zeit sein. So wie das Fuchsjagdverbot in Luxemburg auch hierzulande durch die Köpfe geistert, obwohl im Nachbarland Fuchsbandwurm und Räude grassieren. Darüber hinaus wird der Fuchs in Luxemburg als möglicher Überträger der ASP angesehen.

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