Ministerin suchte Schulterschluss mit Jägern

Niedersachsens neue Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) bezog am Wochenende beim Kreisjägertag der Jägervereinigung Osterholz klar Stellung zum Thema Wolf. Jäger seien „die wahren Grünen“, sagte sie und stichelte gegen ihren grünen Vorgänger.

Mit stehenden Ovationen wurde Niedersachsens neue Agrarministerin Barbara Otte-Kinast von der Osterholzer Jägerschaft verabschiedet, wie Weserreport.de berichtete. Am Samstag war die CDU-Politikerin beim Kreisjägertag in Schwanewede zu Gast. Dabei habe sie dem Bericht zufolge ausdrücklich den Schulterschluss mit den Jägern gesucht, nachdem der CDU-Landtagsabgeordnete Axel Miesner sie zur Jahreshauptversammlung eingeladen hatte. „Bei so einem Vorgänger ist der Redebedarf mit den Verbänden groß“, sagte Otte-Kinast und teilte damit gegen ihren grünen Amtsvorgänger Christian Meyer aus.

„Jäger sind die wahren Grünen“

Tatsächlich nutzte Otte-Kinast die Gelegenheit auch, um sich zu mehreren Themen zu positionieren, die die Jäger im Landkreis und darüber hinaus beschäftigen. „Jäger sind die wahren Grünen“, wird Otte-Kinast vom Weserreport zitiert, was im Land insbesondere bei der Jagd auf die Nutria deutlich werde. Die invasive Art gräbt Löcher und Gänge in Deiche und Uferböschungen an der Nordsee und an Flüssen, was die Gefahr von Überflutungen erhöht. Daher nahm Otte-Kinast die Jägerschaft in die Pflicht: „Wir müssen die Ausbreitung stoppen. Ich bitte Sie daher um eine scharfe Bejagung.“

Wolf

Foto: Dieter Hopf

Klare Kante beim Wolf

Weit oben auf der Tagesordnung stand auch der Wolf, mit dem Otte-Kinast ebenfalls eine Bitte in Richtung der Jägerschaft verband. „Meiner Ansicht nach können wir den Wolf nur erziehen, wenn wir zwischendurch auch mal einen rausschießen.“ Der Wolf habe in manchen Regionen nichts zu suchen – auch wenn die Landesjägerschaft Niedersachsen die Auffassung vertritt, dass der Wolf aktuell nicht ins Jagdrecht gehört.

„Esst mehr Wildschwein!“

Ein Dauerthema in Niedersachsen ist – wie in ganz Deutschland – die drohende Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. Aufgrund der hohen Abschussforderungen wird es auch für niedersächsische Jäger immer schwieriger, das Wildbret zu vermarkten (wir berichteten). Eine Signalwirkung soll daher wohl Otte-Kinasts Anordnung haben, in der Ministeriumskantine nun jeden Mittwoch Wildschwein zu servieren. „Ich bin zwar von Haus aus Milchbäuerin, aber sage trotzdem: Leute, esst mehr Wildschwein!“

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