Mit Pfeil und Bogen gegen Wildschweine

Wie sich Kleinmachnow gegen die Schwarzwild-Invasion wehren will.

Mit dem Bogen auf die Jagd

Symbolbild: Luis Hant

Jagdszenen aus Brandenburg: Ein Bürgermeister will Bogenschützen auf die Jagd schicken, um der Sauenplage mitten im Ort beizukommen.

Damit bekommt die Debatte, ob die Bogenjagd auch in Deutschland zugelassen werden sollte, wohl neuen Schwung.  Denn in Kleinmachnow, ein paar Kilometer östlich von Potsdam, suchen sie mit wachsender Verzweiflung nach einer Lösung für das Problem mit Sauen, die am helllichten Tag rottenweise durch den Ort streunen.

Das Jagdverbot in geschlossenen Ortschaften gilt zwar auch in Brandenburg. Aber der Bürgermeister glaubt, dass das für die Bogenjagd nicht gelten müsste: Kein Querschläger-Risiko wie bei Feuerwaffen, weniger Gefährdung von Unbeteiligten.

Der Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung liegt jetzt bei der Landesregierung in Potsdam. Ob die sich über geltendes Jagdrecht hinwegsetzen kann, ist eine andere Frage: Streng vorgeschrieben sind nicht nur taugliche Kugelkaliber, sondern auch die Jagdruhe im befriedeten Bezirk.

Aber ohne Jagd, argumentieren Gemeinde und örtliche Jagdgenossenschaft, wird es keine Lösung geben. Rotten mit bis zu 30 Sauen im Ortsgebiet haben sie schon per Videoaufnahme dokumentiert. Und die lassen sich mit unblutigen Methoden offenbar nicht vertreiben.

Am Rande: Von Kleinmachnow sind es gerade mal 20 Kilometer zu „Sielmanns Naturlandschaft“, einem umstrittenen Experiment, der Natur ohne Jagd freien Raum zu geben. Die Folge sind jämmerlich abgemagerte Sauen, die regelmäßig außerhalb des Reservats zu Schaden gehen. Es gab sogar schon behördlich angeordnete Zwangsbejagung.

Und es stellt sich die Frage, ob gegen die Probleme der märkischen Bauern und Gartenbesitzer eine tier- und kulturlandschaftsgerechte Schwarzwildbewirtschaftung auf dem „Natur“-Gelände besser hilft als Pfeil und Bogen. Das gilt auch für die örtlichen Jagdpächter, die durch die hungrigen Sauen aus der jagdfreien Zone seit Jahren massiv gefordert sind – und kräftig Wildschaden bezahlen.

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