NABU-Projekt: Heckrinder verhungern

Im Rahmen des Beweidungsprojektes „Wilde Weide“ sind in Thüringen bisher 20 Heckrinder verhungert, die auf dem begrenzten Areal schlichtweg keine Nahrung mehr fanden. Der Projektträger NABU weist die Schuld von sich.

Schottisches Highlandrind

Symbolbild: dintera

Immer wieder macht der NABU mit gescheiterten Naturschutzprojekten auf sich aufmerksam. So auch in diesem Fall: Unter dem Namen „Wilde Weide“ wurde im thüringischen Dankmarshausen 2015 ein Beweidungsprojekt mit Heckrindern gestartet. Eigentlich sollten die Tiere eine 71 Hektar große Naturschutzfläche vor Verbuschung bewahren, um diesen Lebensraum für seltene Vögel und Amphibien zu erhalten. Laut MDR Thüringen wuchs die Rinderherde von anfangs 19 auf über 90 Stück an – zu viele für das kleine Areal. Laut Pachtverträgen dürften maximal 40 Tiere dort weiden. In Folge sind bisher 20 Heckrinder verhungert, 14 im Jahr 2018 und sechs im laufenden Jahr.

Laut eines anonymen Informanten des MDR habe man bereits frühzeitig auf diese Fehlentwicklung hingewiesen, „aber keiner hat sich gekümmert“. Und auch die Verantwortlichen selbst hätten über Tage nichts von den katastrophalen Zuständen gemerkt. Für die Betreuung der Rinder sei die Tierproduktion Dankmarshausen zuständig, gegen deren Chef bereits Strafanzeige durch das zuständige Veterinäramt gestellt wurde. Seitdem muss zumindest zusätzliches Heu bereitgestellt werden, außerdem soll sich die Anzahl der Rinder sofort reduzieren: Überzählige Tiere werden auf der Weide geschossen und anschließend geschlachtet.

Die Schuld am Scheitern der „Wilden Weide“ lässt sich wohl nicht eindeutig zuordnen. Zwar ist der Projektträger der NABU Thüringen, aber auch das Umweltministerium und die Stiftung Naturschutz sind als Eigentümer der Fläche am Projekt beteiligt. Der NABU betont auf Anfrage, man habe „dort nur den Zaun gebaut“.

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