Nachspiel-Schlappe für Wohlleben

Schon Plasbergs Sendung zu Wald und Wölfen verärgerte viele Wolf-Fans. Im Faktencheck von „Hart aber fair“ kommt es noch schlimmer.

Wolf heult

Das Ergebnis nach Punkten: Franz Prinz zu Salm-Salm, der im ARD-Talk die Waldbesitzer vertrat, bekommt bei der Nachprüfung aller Zweifelsfragen recht. Es gibt den Rettungswagen für Wölfe. Bestseller-Förster Wohlleben hat in früheren Jahren selber Wald-Vollernter eingesetzt. Und der Staat zahlt Waldbauern bis heute nicht für Waldschäden durch Industrie-Abgase, obwohl die Bundesrepublik rechtskräftig hierzu verurteilt wurde.

Anders sieht es bei Wohllebens Fakten aus. Seine Behauptung, dass „gerade mal“ 1,9 Prozent des deutschen Waldes unter Schutz stünden, bleibt fragwürdig. Michael Suda, Professor für Wald- und Umweltpolitik an der Technischen Universität München, korrigiert: Peter Wohlleben habe Schutzwälder und nach europäischem Recht streng geschützte FFH-Gebiete nicht mitgerechnet. Diese machen laut Professor Christoph Schurr von der Hochschule Rottenburg allein 25 Prozent der Waldfläche aus, werden allerdings nach besonderen Regeln bewirtschaftet, um den Charakter dieser Biotope zu bewahren.

Womöglich noch viel schlimmer für die Öko-Päpste: Die international renommierte Forscherin Elli H. Radinger schreibt auf Ihrer Webseite „Wolf Magazin“ zur Plasberg-Sendung: „Achtung – falsche Wolfszahlen“.  Die Expertin warnt die Fangemeinde, mit falschen Zahlen zu argumentieren und kritisiert auch Journalisten, die solche Zahlen nicht nachprüfen. Dass 46 Rudel nicht 130 Wölfe ergeben, sondern zusammen mit den bekannten Paaren und Einzeltieren „310 bis 400“, sei die Wahrheit.

Solche Kritik und solche Zahlen kommen, nebenbei bemerkt, von einer Frau, die seit Jahrzehnten für die Rückkehr der Wölfe eintritt und schon lange verstanden hat, dass Schönreden und Schönrechnen der Raubtier-Akzeptanz eher schaden als nützen. Wie die Wolfspaten auf solche Mahnungen reagieren, wird sich wohl zeigen.

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