Namibia bekennt sich zur Bedeutung der Jagd

CIC und DJV begrüßen das „Ja“ eines ganzen Landes zu nachhaltiger Jagd.

Namibia blickt auf fast 40 Jahre Erfahrung in der nachhaltigen Nutzung seiner Wildtierbestände zurück.

Namibia blickt auf fast 40 Jahre Erfahrung in der nachhaltigen Nutzung seiner Wildtierbestände zurück. / Foto: Wunderlich/CIC/DJV

Die namibische Staatsregierung hat sich in einem Brief klar gegen das von Kalifornien geplante Importverbot bestimmter Trophäen ausgesprochen. Wie der Deutsche Jagdverband (DJV) berichtete, heißt es in dem Schreiben unter anderem: „Die Annahme ist völlig falsch, dass andere Tourismusformen die Jagd ersetzen könnten.“ 

Theofilus Nghitila, Staatssekretär des namibischen Umwelt- und Tourismusministeriums, wandte sich mit dem Brief an den Gouverneur des Staates Kalifornien, Edmund G. Brown, und verdeutlichte, welche weitreichenden negativen Konsequenzen der von der kalifornischen Regierung geplante „Iconic African Species Protection Act“ für sein Land, seine Bevölkerung und den Artenschutz hätte. Die deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband begrüßten laut einer Presseinformation die offenen Worte und das klare Bekenntnis eines ganzen Landes zu nachhaltiger Jagd.

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Nghitila schrieb unter anderem: „Gut funktionierender Fototourismus mag eine wettbewerbsfähige Form der Landnutzung für wenige ausgewählte Gebiete sein, sofern diese pittoresk und leicht zugänglich sind.“ Große Teile Namibias entsprächen diesen Anforderungen aber nicht. Die für den Fototourismus notwendige Infrastruktur erfordere massive, landschaftsverändernde Investitionen. Gastjäger jedoch bevorzugen laut DJV und CIC vor allem Regionen, die natürlich geblieben sind. Sie würden gerade von Landschaften angezogen, die keine Tourismus-Infrastruktur aufweisen.

Namibia: Fast 40 Jahre Erfahrung in der nachhaltigen Nutzung der Wildtierbestände

Namibia blicke auf annähernd 40 Jahre Erfahrung in der nachhaltigen Nutzung seiner Wildtierbestände zurück. Diese hätten sich in dieser Zeit verdreifacht. Wo die Jagd politischem Druck weichen müsse, bestimmten bald Ziegen, Rinder, Schafe das Landschaftsbild, die mit dem noch vorhandenen Wild um das Grasland konkurrieren. Natürlich vorhandene Großraubtiere wie Hyänen, Leoparden und Löwen würden das Vieh dann als einfache Beute erkennen und dadurch mit dem Menschen in Konflikt kommen.

In Namibia wachsen dem DJV zufolge die Populationen der Großraubtiere auch außerhalb der Nationalparks – weil sie für die Menschen einen Wert darstellen, den sie überwiegend durch die Jagd erhalten. Das Land beherberge heute den größten Bestand an Spitzmaulnashörnern, Giraffen, Geparden und Leoparden aller afrikanischen Staaten. Habe es 1995 noch 7500 Elefanten in Namibia gegeben, so seien es heute 20.000 mit zunehmender Tendenz. 

Jagdbeschränkungen hätten katastrophale Auswirkungen auf die ländliche Bevölkerung

Staatssekretär Nghitila betonte, etwaige Importverbote hätten negative Folgen für die Arten, für deren Schutz sie eigentlich sorgen wollen: „Wichtig ist, dass Namibia durch den Einsatz wirksamer ökonomischer Anreize den Abwärtstrend, der die Wildtierpopulationen in den meisten anderen afrikanischen Ländern kennzeichnet, umgekehrt hat.“ Jagdbeschränkungen hätten auch wegen des Verlustes von Arbeitsplätzen katastrophale Auswirkungen auf die ländliche Bevölkerung.

„Wir begrüßen das öffentliche Statement von Staatssekretär Nghitila und können uns seiner Aufforderung nur anschließen, dass Kritiker der Auslandsjagd sich vor Ort ein eigenes Bild machen sollten“, sagte Dr. Wilhelm von Trott zu Solz, Leiter der deutschen Delegation des CIC. Die Jahresversammlung 2019 des CIC werde in Namibias Hauptstadt Windhoek stattfinden. 

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