Niederländer erschießt Wolf in Brandenburg

Hundeführer sorgen sich immer mehr: Lebensgefahr mitten im Treiben.

Wolf

Foto: Dieter Hopf

Ironie des Schicksals: Wie aus Skandinavien längst bekannt, wird die Jagd mit frei suchenden Hunden auch in deutschen Wolfsgebieten zunehmend gefährlich für die Hunde. Und die Wölfe mausern sich zum Schutzengel für Hirsch und Elch.

Der jüngste Fall vom Freitag vergangener Woche wurde durch das Jagdportal Jawina öffentlich: Ein Jagdgast aus Holland erlegte auf einer Drückjagd bei Rädigke im Landkreis Potsdam-Mittelmark einen Wolf, der im Treiben erst Rehe und dann die eingesetzten Hunde verfolgte.

Die Angelegenheit dürfte auch zur juristischen Nagelprobe werden, denn Strafanzeigen werden wohl nicht ausbleiben. Ob Gerichte Lebensrettung für einen Jagdhund als Notstand anerkennen, der das Töten eines streng geschützten Wildtiers rechtfertigt, wird sich also zeigen.

Sicher ist: Notsituationen wie die vom vergangenen Wochenende häufen sich. In einem Teil der Jägerschaft wird aber nicht gern darüber geredet. Da konkurriert der Wolfsschutz mit dem Risiko, dass Hundeführer zunehmend Bedenken haben ihre Schützlinge in Lebensgefahr zu bringen.

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Das erinnert an den Fall der Dachsbracke, die vor Jahresfrist auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz in Hörweite des Hundeführers von einem Wolf gerissen wurde. Erst überschütteten Wolfsfreunde den Geschädigten mit „Selber Schuld“-Parolen, dann kam auf, dass sogar auf großen Drückjagden des wolfsfreundlichen Staatsreviers Warnschüsse nötig waren, um Wölfe bei der Hunde-Hatz zu stoppen.

Im jüngsten Fall bestätigen Standnachbarn den Hergang, aus dem der Jagdgast eine Notstandssituation ableitete und den Wolf erlegte. Nachdem Haus- und Nutztiere im Zusammenhang mit Notwehr/Nothilfe/Notstand in Deutschland immer noch als „Sache“ gelten, ist wohl der Gesetzgeber gefordert, für klare Regeln zu sorgen.

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