Norwegen hält die Wölfe kurz

Wölfe

Heftige Proteste aus dem Tierschutzlager: Norwegens Regierung will die Abschussquote für Wölfe verdoppeln. Vor allem, weil sich die Rudel binnen Jahresfrist verdoppelt haben. Auch die EU ist machtlos, Norwegen ist kein Mitglied in der Gemeinschaft.

Im Gegensatz zu Schweden, das unter dem Druck der Europäischen Union viele Jahre auf die Wolfsjagd verzichtete und jedes Jahr um die Lizenzjagd ringt, fährt Norwegen schon immer einen harten Kurs in der Raubtierpolitik – auch wegen der Rentier- und Weidewirtschaft mit ihrem traditionell hohen Stellenwert.

In diesem Jahr gehen die Behörden des Königreichs in die Vollen: Bis zu 37 Wölfe sollen bei der bevorstehenden Lizenzjagd getötet werden – so viele wie zuletzt im Jahr 1919. Die Regierung begründet den Rekordabschuss mit Rekordzahlen: Noch nie in der Neuzeit habe es im Land so viele Wölfe gegeben. Die Zahl der Rudel habe sich übers Jahr auf sieben verdoppelt – mehr als jemals zuvor in den vergangenen 150 Jahren. Zusammen mit den schwedisch-norwegischen Grenz-Rudeln ergibt sich ein Bestand von rund 90 Tieren.

Trotz der massiven Proteste, vor allem vom WWF, gehen die norwegischen Pläne noch weiter: Politiker, auch aus der Arbeiterpartei, drängen die schwedischen Nachbarn, mehr Abschüsse zuzulassen. Sonst werde die Population im Grenzland weiter rasant wachsen. Zum Vergleich: Allein in der schwedischen Grenz-Provinz Värmland leben mehr Wölfe als in ganz Norwegen.

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