NRW-Jagdgesetznovelle sorgt für viel Streit

Im Umweltausschuss des Düsseldorfer Landtags herrscht unter den Sachverständigen in zahlreichen Punkten Uneinigkeit.

Hochsitz

Die von der schwarz-gelben Landesregierung geplanten Änderungen am nordrhein-westfälischen Jagdgesetz sorgen für reichlich Streit. Im Umweltausschuss des Landtags zeigten sich die geladenen Sachverständigen jetzt bei einer Anhörung in vielen Punkten uneinig. Im September hatte das Kabinett einen Entwurf verabschiedet, mit dem das „Ökologische Jagdgesetz“ des früheren grünen Umweltministers Johannes Remmel überarbeitet werden soll (wir berichteten).

Wie die Westdeutsche Zeitung berichtet, kritisierte der Vorsitzende des Nabu NRW, Josef Tumbrinck, mit dem Gesetzentwurf der CDU-/FDP-Regierung schlage das Pendel nun wieder in Richtung Jäger aus. Norwich Rüße (Grüne) sprach dem Bericht zufolge ebenfalls von einem „Kniefall vor der Jäger-Lobby“. Für die FDP hob dagegen der Abgeordnete Markus Diekhoff hervor, mit dem neuen Gesetz werde „die große Expertise der Jägerinnen und Jäger in NRW wieder genutzt und geschützt“.

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Zu den umstrittenen Punkten bei der Anhörung zählten laut dem Bericht die Wiederzulassung der sogenannten „Müller-Ente“ sowie die Ausweitung der Liste der jagdbaren Arten. Während der Landesjagdverband (LJV) und der Landesverband der Berufsjäger den Einsatz flugunfähiger Enten als sinnvoll für die Ausbildung von Jagdhunden begrüßten, kritisierte der Tierschutzverband dies als Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Wie die Westfälische Rundschau berichtet, sprach sich Nabu-Chef Tumbrinck für eine massive Reduzierung der Liste jagdbarer Arten aus. Für LJV-Präsident Ralph Müller-Schallenberg hingegen ist die Liste längst noch nicht lang genug: „Für uns gehören alle Wildarten in den Artenkatalog.“ Dies bedeute nicht, dass die Tiere tatsächlich bejagt würden, sondern dass die Jägerschaft sich um deren Hege kümmere.

Zum Thema Wolf nahm unter anderem der Vizepräsident des Landesjagdverbands, Hans-Jürgen Thies, Stellung: „Wir werden das Wettrüsten um den Herdenschutz gegen den Wolf verlieren“, prophezeite er laut dem Zeitungsbericht. Da sich die Wolfspopulation alle drei Jahre verdoppele, sei ein bundesweit einheitlicher Umgang mit den Raubtieren erforderlich.

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