Osnabrück: Jugendpfleger verteidigt „Einknicken“ vor Peta

Im Ferienpass-Programm der niedersächsischen Stadt sollen für Kinder keine Angel-Aktionen mehr angeboten werden.

Junge angelt

Foto: sriom

Der Osnabrücker Stadtjugendpfleger verteidigt die Entscheidung, dass im Ferienpass-Programm für Kinder in Zukunft keine Angel-Aktionen mehr angeboten werden. Der Neuen Osnabrücker Zeitung zufolge sagte Hans-Georg Weisleder: „Es gab ethische und pädagogische Zweifel, dass das Angebot für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren angemessen ist.“

Das „Einknicken“ vor der Tierrechtsorganisation Peta, die einen dauerhaften Feldzug gegen Angel-Angebote für Kinder führt, hatte im März bereits zu heftiger Kritik geführt (wir berichteten). Neben dem Anglerverband Niedersachsen äußerten auch Politiker von CDU und FDP ihre Empörung. Der Stadtjugendpfleger erklärte nun laut dem Zeitungsbericht, bei Leitungskräften des städtischen Fachbereichs Kinder und Jugend sei es zu immer mehr Skepsis gekommen, was das Angeln für Kinder betreffe. „Der Ferienpass ist spaßorientiert. Beim Angeln steht der Nahrungserwerb im Vordergrund“, wird Weisleder zitiert. Weil das Fangen und Töten von Lebewesen angemessen vor- und aufbereitet werden müsse, sei das Angebot „nach eingehender Reflexion und Analyse“ gestrichen worden.

Für den niedersächsischen Anglerverband hatte Präsident Werner Klasing bereits im März erklärt, die ethischen Bedenken seien weder fachlich noch menschlich nachvollziehbar. Vielmehr sollten sich die städtischen Entscheidungsträger klar zum Angeln und zu dessen erzieherischem Wert für Kinder und Jugendliche bekennen.

Peta selbst beklagte sich in der vergangenen Woche über „Einschüchterungsversuche durch Politik und Angelverband“. In einer Pressemitteilung schrieb die Organisation: „Der Druck, der seitens der CDU, FDP und des Angelverbands auf die Jugendpflege Osnabrück ausgeübt wird, muss aufhören.“ Weiter heißt es: „Kinder sind zwar gerne in der Natur, aber für sie kann es traumatisierend sein, zuzusehen, wie ein Fisch erschlagen und aufgeschnitten wird. Fische sind sensible Lebewesen und kein Spielzeug.“

Nach CDU und FDP hat sich unterdessen auch die Osnabrücker SPD-Fraktion für eine Fortführung der Angel-Angebote ausgesprochen. Laut Neuer Osnabrücker Zeitung kritisierten die Sozialdemokraten die Verunglimpfung des Angelns und die „unverhältnismäßige Einflussnahme“ der Organisation Peta. Das Thema solle auf die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung am 25. April gesetzt werden.

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