Paarungszeit: Wölfe auf Wanderschaft

Bis zu 70 Kilometer nehmen geschlechtsreife Wölfe in Kauf, um eine Partnerin zu finden. Dabei machen sie auch vor wolfsfreien Regionen und stark befahrenen Straßen nicht Halt.

Wolf

„Auch wenn gesunde Wölfe in der Regel die unmittelbare Nähe zu Menschen meiden, ist alles zu unterlassen, was diese als Anfüttern verstehen könnten“, rät Robert Franck, Wolfsbeauftragter des Landesjagdverbands Brandenburg (LJVB). Der Grund für die Warnung ist eine vermehrte Wolfspräsenz in den Wäldern Brandenburgs und den Offenlandschaften. Die Tiere befinden sich seit Januar und noch bis März in der Paarungszeit. Die Geschlechtsreife führe dazu, dass männliche Wölfe einen ausgeprägten Wandertrieb entwickeln, heißt es in einer Pressemitteilung des Landesjagdverbands. Bis zu 70 Kilometer nehmen die Tiere bei der Suche nach einer Partnerin auf sich, sodass sie auch in bislang wolfsfreien Regionen gesichtet werden.

Der Landesjagdverband rechnet damit, dass Wolfsrudel auch die nördlichen Landkreise Brandenburgs, wie die Uckermark und die Prignitz, besiedeln. Da es zu Unfällen kommen kann – im vergangenen Jahr starben 15 Wölfe im Straßenverkehr –, bittet der LJVB um besondere Vorsicht im Straßenverkehr. Spaziergängern rät der Wolfsbeauftragte bei direktem Wolfskontakt, sich bemerkbar zu machen und nicht in Panik zu verfallen. „Hunde sollten zu deren Sicherheit angeleint bleiben“, sagt Robert Franck.

Gemeinsam mit dem Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz setzt sich der LJVB für ein Monitoring-Programm ein, welches Schulungen zu Wolfskundigen beinhaltet. Das Ziel sei eine wissenschaftlich relevante Bestandsaufnahme, die auf die Mithilfe der Jäger angewiesen sei. Diese sind aufgerufen, Hinweise auf den Wolf in ihrem Revier an den Verband zu melden. „Angesichts der rasant steigenden Wolfspopulation und der wachsenden Probleme muss endlich festgelegt werden, wie viele Wölfe Brandenburg ertragen kann und will“, bekennt sich Dr. Dirk Henner Wellershoff, Präsident des LJVB, zu einer Bestandsobergrenze. Eine unbegrenzte Ausbreitung sei realitätsfern und sorge im ländlichen Raum für eine rapide sinkende Toleranz gegenüber dem Großraubtier, macht Wellersdorf seinen Standpunkt deutlich.

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