Pärchen nimmt Kitz mit – Jäger zieht es groß

In Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) kümmert sich ein 71-jähriger Jäger um ein Jungtier, das Menschen aus falsch verstandener Tierliebe „gerettet“ hatten.

Rehkitz

Symbolbild: Rene Alexander

„Gurkenhals“ hat Glück gehabt. Das Rehkitz mit diesem Spaßnamen verdankt sein Leben wohl der Einsatzbereitschaft von Reinhard Ahl. Wie die Ostsee-Zeitung berichtete, spielt der 71-jährige Wismarer Jäger für das Kitz den „Ziehvater“ – nachdem ein Pärchen es aus vermeintlicher „Tierliebe“ aus der Natur in einen Tierpark gebracht hatte.

Dem Bericht zufolge veranlasste das Fiepen des Jungtiers die Menschen offenbar dazu, es mitzunehmen und zum Wismarer Tierpark zu bringen. Derartige Fehler passieren leider immer wieder (wir berichteten). Die Berührung durch einen Menschen bedeutet für den tierischen Nachwuchs alles andere als eine Rettung. Vielmehr werden einmal berührte Jungtiere wegen des fremden Geruchs nie wieder von der Mutter akzeptiert (wir berichteten).

Auch Tierpark-Chef Michael Werner bestätigte gegenüber der Zeitung, dass das Mitnehmen von Tierbabys eigentlich deren Todesurteil bedeute: „Jungtiere müssen regelmäßig gefüttert werden, auch nachts, dafür haben wir kein Personal.“ Jäger Reinhard Ahl hat diese anstrengende Aufgabe nun übernommen und steht nachts alle drei Stunden auf, um „Gurkenhals“ mit der Flasche zu füttern. Zu seinem Engagement sei er bereit, weil tierische „Babys nichts für die Unkenntnis von Menschen können und sie ein Recht haben zu leben“. An die Öffentlichkeit appellierte der Jäger daher noch einmal ausdrücklich, Kitze auf keinen Fall zu berühren, sondern sie unbedingt in Ruhe zu lassen.

Einen „richtigen Namen“ werde sein Zögling übrigens nicht erhalten, sagte Ahl der Zeitung. Sobald der junge Bock stark genug sei, solle er schließlich wieder ausgewildert werden.

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