Peta-Anzeige führt zu Razzia bei Anglern

Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich entrüstet über die Auswirkungen mutmaßlich unberechtigter Vorwürfe.

Angler an der Ostsee

Symbolbild: JerzyGorecki

Der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern ist empört, dass eine Anzeige der Tierrechtsorganisation Peta jetzt zu Polizeirazzien bei Anglerkollegen geführt hat. Die 44.000 Mitglieder des größten mecklenburg-vorpommerschen Naturschutzverbandes seien „entrüstet“, heißt es in einer Pressemitteilung. Nach einer Benefizaktion auf der Ostsee vor Warnemünde hatten die Tierrechtler den Anglern im Januar unter anderem einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen.

Initiator Horst Stark zeigte sich der Meldung zufolge „fassungslos“, dass nun plötzlich zwei bewaffnete Beamte vor seiner Tür standen, um mit einem Durchsuchungsbefehl Unterlagen aus seinem Privathaus zu beschlagnahmen. „Wir haben uns beim Angeln wie auch bei der Verwendung der Gelder absolut gesetzestreu verhalten“, betonte Stark. Das Geld, das bei dem „Bootstreffen für einen guten Zweck“ gesammelt worden sei, komme der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger zugute. Diese Benefizaktion gebe es bereits seit vier Jahren. „Mit unserer angemeldeten Veranstaltung setzen wir uns für Menschen ein, die anderen Menschen zu Hilfe eilen, die in Not geraten sind“, erklärte Stark weiter. „Gerade solche Institutionen brauchen unser aller Unterstützung. Die geben wir damit gern.“

Der Anglerverband wies den Peta-Vorwurf zurück, die Veranstaltung habe gegen das Tierschutzgesetz verstoßen, demzufolge ein „vernünftiger“ Grund für das Töten eines Wirbeltieres bestehen muss. Gesetzliche Vorschriften würden bei einem derartigen Festival immer strikt eingehalten, betonte der Verband. „Dementsprechend wurden die Fische zu 100 Prozent der sinnvollen Verwertung zugeführt. Die Tiere wurden, wie vom Gesetzgeber gefordert, hegegerecht gefangen, geschlachtet, zubereitet und verzehrt.“

Verbandspräsident Prof. Dr. Karl-Heinz Brillowski zeigte sich „erzürnt“ über die von Peta initiierte „Verbrecherjagd“. Bei Untersuchungen, die durch Anzeigen ausgelöst würden, die jeder in dieser Form einreichen könne, müsse zuerst einmal von der Unschuldsvermutung ausgegangen werden. „Wenn einer solchen Anzeige in so überbordender Art und Weise nachgegangen wird, muss ganz klar die Frage der Verhältnismäßigkeit gestellt werden“, ergänzte Verbandsgeschäftsführer Axel Pipping.

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