Proben verschwinden auf dem Weg ins Wolfslabor

In Mecklenburg-Vorpommern brodelt die Gerüchteküche.

Labor

Foto: fernandozhiminaicela

Meistens hat Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus die Pro-Wolf-Gemeinde an der Backe. Nicht nur weil er Jäger ist, sondern auch wegen einer Bundesratsinitiative für konsequenteren Umgang mit Problemwölfen. Nun haben Wolfskritiker den SPD-Politiker im Visier. Sie haben sein Ministerium im Verdacht, dass ein Wolfsriss an der Müritz vertuscht werden soll.

Der Streitfall liegt schon eine Weile zurück. Im vergangenen Oktober wurde das tote Schaf gefunden. Zeugen tippten auf einen Wolf: Waren doch der als typisch bekannte Kehlbiss (der wohl nicht typisch sein muss) und Fraßspuren am Bauch des Tiers zu finden.

Ein amtlicher Rissgutachter bekam Zweifel: Das Tier könne auch aus anderen Ursachen verendet und dann von kleineren Räubern angefressen worden sein. Zum Beispiel von Waschbären.

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Seitdem wird gestritten. Der Vorwurf der Vertuschung steht im Raum. Jäger aus der Region bezweifeln, dass sich Fuchs oder Waschbär ausgerechnet am Hals eines toten Beutetieres zu schaffen machen. Und sie zeigen Fotos von Wolfsrissen, die nahelegen, dass Wölfe gern am Bauch eines erbeuteten Tieres mit dem Fressen beginnen.

Eine Gen-Analyse des Senckenberg-Referenzlabors sollte die Streitfrage klären. Und jetzt das: Die Proben sind auf dem Weg dorthin spurlos verschwunden. Auf dem Postweg sagt das Ministerium. Und dass sowas noch nie passiert sei. Deshalb seien die Proben bisher auch nicht per Einschreiben verschickt worden.

Sicher ist: Kritiker des Wolfsmanagements äußern immer öfter Zweifel am Senckenberg-Labor. Vor allem wegen der langen Bearbeitungszeiten. Im bayerischen Oberallgäu schickte der Landrat nach einem Wolfsriss das Material nach Österreich und es dauerte nicht einmal eine Woche, bis das Ergebnis vorlag. Vielleicht sollte sich Till Backhaus mal die Adresse geben lassen – und nicht am Einschreiben-Porto sparen.

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