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Radioaktive Wildschweine vermehren sich wie wild

In Nordjapan werden derzeit radioaktiv verstrahlte Wildschweine zu einem ernsten Problem. Die Gegend rund um die Atomruine von Fukushima wird von den Schwarzkitteln überrannt, seitdem sich der Bestand der Tiere in den vergangenen drei Jahren nach der Atomkatastrophe um ein Vierfaches erhöht hat. Dies berichtet rt.com.

In der verstrahlten Region zerstören Wildschweine ganze Felder und verursachen auch in angrenzenden Gebieten enorme Schäden in der Landwirtschaft. So haben sich die durch Schwarzkittel entstandenen Schäden dem Bericht zufolge seit dem Jahr 2011 mehr als verdoppelt. Sie belaufen sich mittlerweile auf rund 15 Millionen US-Dollar. Auch Personen sollen von den Tieren gefährdet werden. Immer wieder gibt es Berichte über Anwohner, die von wild herumlaufenden Tieren verletzt werden.

Die lokalen Behörden scheinen dem Anstieg der Population von 3.000 auf 13.000 Tiere hilflos gegenüberzustehen. Zwar würden große Jagdpartien organisiert und sogar Belohnungen für Jäger ausgelobt, um sie „zu inspirieren“, wie es in dem Bericht heißt, dennoch vermehren sich die Wildschweine weiter stark. Der japanische Ökologie-Professor Okuda Keitokunin erklärte die Situation der Tiere in der verlassenen Region gegenüber einer japanischen Zeitung so: „Wildschweine und Waschbären nutzen die Vorteile der Evakuierungszone. Sie gehen in leerstehende Häuser in Bereichen, die vom [Unfall] beschädigt wurden und verwenden diese als Brutstätten oder Wohnhöhlen.“

Ein großes Problem sei laut den Lokalbehörden außerdem, dass es kaum noch Platz gebe, die gejagten Wildschweine zu vergraben. Daher müssten Jäger die Kadaver teilweise auf ihrem eigenen Land verscharren. Auch die Idee, die Tiere in städtischen Verbrennungsanlagen einzuäschern, scheint keine Zukunft zu haben. Dafür müssen die Tiere erst zerschnitten werden, um überhaupt in den Ofen zu passen. Für die Tätigkeit gebe es aber kaum Freiwillige.

So bleibt den nordjapanischen Behörden nur wenig Handlungsspielraum. Eines ist aber klar: Wenn sich Jäger finden, die Wildschweine töten, darf das Fleisch, was im Normalfall als Delikatesse gilt, in keinem Fall verzehrt werden. Bei einigen Tieren überschritt die gemessene Konzentration des radioaktiven Elements Cäsium-137 den Richtwert für den Verzehr um das 300-fache.

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