Reichlich Anzeigen nach Shitstorm gegen Jungjägerin

Der Deutsche Jagdverband (DJV) unterstützt die Bloggerin „Waidfräulein“ jetzt juristisch, die im Frühjahr mit zahlreichen hasserfüllten Facebook-Kommentaren überzogen worden war. Den Tätern drohen auch Schadenersatzklagen.

Jägerin

Symbolbild: Johanna Licht

Eine junge Jägerin postet bei Facebook ein Foto mit einem erlegten Fuchs und erhält daraufhin binnen kürzester Zeit Hunderte hasserfüllte Kommentare: Jagdgegner attackierten die Bloggerin „Waidfräulein“ im März mit wüsten Beleidigungen und Bedrohungen (wir berichteten). „Flintenhure“, „asozialer Abschaum“ und „Mörderfräulein“ zählten dabei noch zu den harmloseren Äußerungen. Selbst davor, die junge Frau zu Hause aufzusuchen und einzuschüchtern, schreckten selbsternannte „Tierschützer“ nicht zurück.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat sich laut einer Pressemitteilung unmittelbar nach den Vorfällen im Frühjahr eingeschaltet und wird die Betroffene bis zur vollständigen Aufklärung unterstützen. „Es ist ein Phänomen der sozialen Netzwerke, dass völlig natürliche Dinge wie eine Bombe einschlagen können und manche Beteiligte jegliche Benimmregeln vergessen“, erklärte Rechtsanwalt Dr. Heiko Granzin, der mit dem DJV zusammenarbeitet.

Alle relevanten Rechtsverletzungen seien inzwischen zur Anzeige gebracht, sagte der Jurist weiter: „Die Staatsanwaltschaft nimmt die Sache recht ernst und ermittelt jetzt die Namen und IP-Adressen der teilweise unter Pseudonym agierenden Täter.“ Wer geglaubt habe, aus der vermeintlichen Anonymität des Internets heraus Straftaten zulasten einer jungen Jägerin begehen zu können, dürfte sich also bald wundern. Neben polizeilichen Vorladungen und Strafbefehlen hätten die Täter auch zivilrechtliche Schadenersatz- und Unterlassungsklagen zu erwarten. „Das wird alles seine Zeit dauern“, sagte DJV-Pressesprecher Torsten Reinwald. Letztlich zähle jedoch das Ergebnis – „und wir Jäger sind es ja gewohnt, zu warten“.

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Eine „Leidensgenossin“ des „Waidfräuleins“ ist die Österreicherin Elia Schneeweiß, die im vergangenen Sommer zum Shitstorm-Opfer geworden war (wir berichteten). Sie setzte sich mit großem Erfolg juristisch gegen Beleidigungen und Drohungen zur Wehr (wir berichteten) und empfahl auch dem „Waidfräulein“, sämtliche strafbaren Postings anzuzeigen (wir berichteten).

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