Reinhold Messner: „Kein Platz für Wölfe im Alpenraum“

Die 73 Jahre alte Bergsteigerlegende und Südtiroler Landwirt äußert sich in einem Interview kritisch zur Wolfsrückkehr in die Alpen.

Reinhold Messner

Foto: rottonara

„Wölfe brauchen ein großes Habitat – das haben wir nicht mehr“, stellt Reinhold Messer in einem Interview mit der österreichischen Kommunikationsplattform Plus43 klar. Seiner Ansicht nach gibt es nicht genug Platz für den Jäger in den urbanisierten Lebensräumen, wie z.B. in Südtirol. Eine Wiederansiedlung von Wölfen im Alpenraum sieht er daher kritisch. „Das müssen auch die Tierschützer einsehen“, appelliert Messner.

Er bemüht sich um Verständnis beider Seiten, der Viehhalter und Tierschützer. „Man muss verstehen, dass der Bauer mehr am Schaf hängt, als am Wolf“, erklärt er die Sicht der Bauern. Andere Alpengebiete wie in Italien und Frankreich seien entvölkert und größtenteils ohne Landwirtschaft, dort könne der Wolf herumstreunen, die wenigen Schäfer würden für ihre Verluste entschädigt. Anders sehe es jedoch in Südtirol und Österreich aus, hier gebe es noch eine intakte Berglandwirtschaft. Und die Aufrechterhaltung dieser führe aus seiner Sicht zu einem großen Vorteil: „Der Tourismus ist bei uns auch deshalb erfolgreich“.

Sein Werben um Verständnis ist auch eine Hommage an die Schönheit Österreichs. „Es ist das Gesamte von Felsen und Bergen herunter auf die Almen bis in die Täler und Dörfer. Ein Rudel Wölfe würde dieses Gefüge zerstören.“ Denn die für die Landschaft notwendige Viehhaltung würde durch die Ansiedlung von Wolfsrudeln erschwert. Der Bauer benötige zum Schutz der Tiere Hirten und Hunde und das könne sich kaum ein Bauer leisten.

Um eine Lösung für die Landwirte zu finden, sieht Messner daher ein Gesetz zum Abschuss der Wölfe als unumgänglich an, in Europa ist der Wolf jedoch weiterhin streng geschützt. Denn „die Bauern werden ohnehin kurzen Prozess machen, wenn ein Wolf auftaucht, der Probleme macht“, ist er sich sicher. Kompromisse und eine friedvolle Gesellschaft seien vorrangig. Beim Thema Wölfe plädiert er daher an die Behörden: „Sie sollten zum Abschuss freigegeben werden“.

Das könnte Sie auch interessieren
Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!