Remmels „Minimallösung“ begeistert die Jäger nicht

Im Hochsauerlandkreis dürfen Schwarzwild-Überläufer ab dem 1. Mai dank einer Sondergenehmigung bejagt werden – allerdings nicht kreisweit.

Schwarzwild

Foto: Karl-Heinz Fritschek

Um übermäßigen Wildschäden vorzubeugen, wird im Hochsauerlandkreis ab dem 1. Mai die Schonzeit für Schwarzwild-Überläufer aufgehoben. Laut einer Verfügung des Landrats bezieht sich diese Regelung jedoch – wegen Vorbehalten aus dem Landesumweltministerium – nur auf das Gebiet einiger Hegeringe und auch nicht auf geschlossene Waldbereiche. Angesichts der Ausmaße der aktuellen Wildschwein-Problematik könne nur von einer „Minimallösung“ die Rede sein, sagte Kreissprecher Martin Reuther gegenüber Outfox-World. Aus den Rückmeldungen werde deutlich, dass die Regelung bei den Betroffenen „keine Begeisterung“ ausgelöst habe.

Im Hochsauerlandkreis nahm der Schwarzwildbestand in den vergangenen Jahren stetig zu. Inzwischen sei in vielen Bereichen des Kreises „ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht“, heißt es in der Begründung zur Verfügung. Die immensen Wildschäden in den Feldern und Wiesen seien für die Landwirtschaft nicht mehr tragbar. Daher solle die Ausweitung der Jagdzeit auf Überläufer vom 1. Mai bis zum 31. Juli eine zusätzliche Möglichkeit geben, bei langer Tageslichtdauer effektiv in den Bestand des Schwarzwildes einzugreifen.

Aus dem Hause des grünen Landesumweltministers Johannes Remmel waren laut einem WDR-Bericht „fachliche Bedenken“ geäußert worden, die Schonzeit kreisweit aufzuheben. Der Kreis machte daraufhin deutlich, dass eine auf ausgewählte Gebiete begrenzte Abschusserlaubnis nicht wirklich etwas bringe – schließlich hielten Wildschweine sich nun einmal nicht an Reviergrenzen. Angesichts der Haltung des Remmel-Ministeriums bleibe nun aber „den Betroffenen nichts anderes übrig, als mit dieser Minimallösung zu leben“, erklärte Kreissprecher Reuther.

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