Rothirsch „Sven“ fühlt sich bei Rindern sauwohl

Ein Rothirsch, der in einer Galloway-Herde lebt, sorgt im Norden Deutschlands für Schlagzeilen.

Rothirsch

Symbolbild: Ryszard Adamus

„Sven“ ist auf der Weide im Stiftungsland Schäferhaus (Schleswig-Holstein) der sprichwörtliche „Hahn im Korb“. Seit gut zwei Jahren lebt er dort in einer Herde von 60 Galloway-Rindern. Doch „Sven“ ist nicht etwa ein Bulle, er ist ein Rothirsch. Wieso sich der Hirsch für ein Leben bei den Rindern entschieden hat, ist nicht bekannt, aber er scheint sich dort pudelwohl zu fühlen. Sogar eine Lieblingskuh soll „Sven“ laut einem Bericht des Flensburger Tageblatts haben. Die blonde „Sarina“ hat es dem Geweihträger demnach besonders angetan. In ihrer Nähe ist er häufig anzutreffen.

Doch – kurios hin oder her – fraglich ist, wo „Sven“ eigentlich herkommt und warum er den Kontakt zu Rindern sucht, statt seine Zeit mit Artgenossen zu verbringen. Das Weideland, auf dem die Rinder und der Hirsch unterwegs sind, befindet sich in Südschleswig nahe der dänischen Grenze. In der Region gibt es nach Angaben der Süddeutschen Zeitung eigentlich kein Rotwild mehr. Daher gilt es als wahrscheinlich, dass „Sven“ aus Dänemark eingewandert ist. Denn auch im Nachbarkreis Nordfriesland hätten sich kürzlich Jäger über die vermehrten Verbissschäden durch „skandinavische Gäste“ beklagt. Dort machen sich die Tiere vermehrt über die Rinden junger Bäume her.

Wie das Flensburger Tageblatt berichtet, wurde „Sven“ im März 2015 zum ersten Mal von Gerd Kämmer, dem Besitzer der Rinder, gesehen. Seitdem hält sich der Hirsch nahezu ununterbrochen bei der Herde auf. Nur in den Sommermonaten verschwand er in den vergangenen zwei Jahren immer wieder für ein paar Wochen. Doch pünktlich zur Brunftzeit im Herbst kehrte er zu seinen Kühen zurück. Demnach verschwindet „Sven“ anscheinend nicht, um sich mit seinen Artgenossinen zu paaren.

Er soll sich mittlerweile sogar an die Lebensweise der Rinder angepasst haben. Auch seine Scheu habe er inzwischen ziemlich ablegen können. Zu Beginn hätte man ihn nur mit dem Fernglas beobachten können, nun könne man sogar bis auf 20 Meter an den Rothirsch heran. „Er hält sich mittlerweile wohl selbst für ein Rind“, vermutete Gerd Kämmer aufgrund dieser Verhaltensweisen gegenüber dem Flensburger Tageblatt.

Kämmer freut sich aber über den ungewöhnlichen Gast bei seinen Rindern. Wenn es nach ihm ginge, wäre es ein Traum, „dass ihm weiteres Rotwild folgt und wir vielleicht einmal ein ganzes Rudel im Stiftungsland haben“.

Wie es aussieht, wenn „Sven“ zwischen seinen Galloway-Damen unterwegs ist, sehen Sie hier in einem Video des Flensburger Tageblatts:

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