Foto: Thomas Born

Rotwild: Jäger gegen zu hohe Abschussforderungen

Im sächsischen Tharandter Wald schwelt seit Langem ein Konflikt über die Rotwild-Population. Derzeit sorgen die Abschussforderungen des Sachsenforstes für Ärger unter den Jägern und für deutliche Kritik. In dem 5000 Hektar großen Wald gebe es derzeit lediglich zwischen 18 und 25 Hirsche und Hirschkühe, sagte Peter Hermsdorf von der Hegegemeinschaft Tharandter Wald. Dagegen sei ein Bestand von 50 bis 60 Stück der Größe des Waldes angemessen, wie er gegenüber mopo24.de erklärte.

Aufgrund des Klimawandels sollen die Fichtenwälder durch Mischwald ersetzt werden – beim Waldumbau scheint der Sachsenforst insbesondere das Schalenwild als Problem ausgemacht zu haben. Es wird, trotz der ohnehin geringen Population, ein Abschuss von 20 Stück Rotwild gefordert. Auch die dringliche Bitte der Hegegemeinschaft an den Forstminister, den Abschussplan auszusetzen, wurde zurückgewiesen. Der Abschuss sei nicht verhandelbar, heißt es dem Bericht zufolge. Für Peter Hermsdorf ist dies nicht nachvollziehbar: „Ein Wald ohne Wild ist wie ein Haus ohne Menschen.“

Die Forderung des Sachsenforstes überrascht, denn nach der letzten Wildschadensanalyse lobte der Landesforst-Präsident Hubert Braun den Tharandter Wald noch als „eindrucksvollen waldbaulichen Leuchtturm“ für das Zusammenspiel von Wald und Wild. Nun hat es vielmehr den Anschein, als sei Wald ohne Wild das Ziel.

Sachsenforst-Sprecher Klaus Kühling verspricht gegenüber mopo24.de zwar: „Es wird hier auch künftig Rotwild geben.“ Doch besonders willkommen scheint das Rotwild im Tharandter Wald nicht zu sein.

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