Sauenbekämpfung nach Urväter-Sitte

In der Mittelmark wird es ernst: Die Bogenjagd auf Sauen im befriedeten Gemeindegebiet wird wohl genehmigt, heißt es in einem Bericht der Potsdamer Neusten Nachrichten. Anders sei den Schweinen nicht beizukommen.

Bogenschütze

Foto: PaulSBarlow

Diese ungewöhnliche und in Deutschland wohl bisher einmalige Bogenjagd hatte schon im Vorfeld für bundesweite Diskussionen gesorgt. Laut Jagdgesetz darf Schalenwild nur mit zugelassenen Feuerwaffen-Kalibern erlegt werden. Wegen des Jagdverbots im befriedeten Gebiet und des Querschlägerrisikos beim Einsatz konventioneller Schusswaffen kam der Bürgermeister der Gemeinde Stahnsdorf auf die Idee mit der Jagd nach Urväter-Art.

Zunächst glaubte kaum jemand an Zulassung der Stahnsdorfer Methoden. Ein Jagdpächter protestierte öffentlich. Aber wohl vergeblich: Demnächst soll es für interessierte Jäger ein Seminar und einen einwöchigen Praxis-Kurs nebst Prüfung mit dem Deutschen Bogenjagdverband (DBJV) geben.

Was die erregte Öffentlichkeit weit weniger kümmerte: Stahnsdorf liegt nicht weit vom „Naturraum“ des verstorbenen Tierfilmers Heinz Sielmann. Dort ist die Jagd aus Prinzip verboten und das Schwarzwild schwärmt halb verhungert in die umliegenden Gebiete. Sogar Zwangsbejagung wurde von den Behörden wegen dieser Zustände schon angeordnet.

Womöglich ließe sich das Problem also auch ohne überhitzte Bogenjagd-Debatten lindern, wenn aus dem Öko-Reservat nicht immer neue, hungrige Sauen nachkämen.

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