Schutz vorm Mähtod: Pressearbeit kann Kitze rette

Foto: Cornelia Schmidt

Im Frühjahr werden Wiesen zur Kinderstube für Junghasen, Rehkitze, Fasane und andere Wildtiere. Mit Beginn der Wiesenmahd werden die Tiere einer großen Gefahr ausgesetzt, denn jedes Jahr fallen schätzungsweise 20 bis 25 Prozent der Rehkitze dem qualvollen Mähtod zum Opfer. Der Verein „Für Jagd in Deutschland e.V.“ (FJD) hat sich jetzt des Problems angenommen.

Auf dem Internetauftritt des Vereins FJD stehen daher ab sofort drei unterschiedliche Muster-Pressemitteilungen zur Verfügung. Dabei geht es vor allem darum, auf die Gefahren durch die Wiesenmahd aufmerksam zu machen. Außerdem werden effektive Maßnahmen für eine erfolgreiche Kitzrettung genannt.

Der Schutz der Rehkitze und anderer Wildtiere vor dem Mähtod stellt ein schwerwiegendes Tierschutzproblem dar. Nur durch die engagierte Zusammenarbeit und den wertvollen Einsatz von Jägern und Landwirten und durch beispielhafte Projekte (wir berichteten) können jedes Jahr Tausende Tiere vor dem grausamen Tod gerettet werden. Mit dieser Pressemitteilung können die Jäger der Öffentlichkeit auch zeigen, dass sehr viel Hege und Tierschutz in der Jagd steckt.

Beispielhaft finden Sie unten stehend eine der Muster-Pressemitteilungen. Weitere Muster-Mitteilungen und eine Anleitung finden Sie hier.

Muster-Pressemitteilung des FJD

Pressemitteilung vom xx.xx.xxxx

Kitzrettung: Aktiver Tier- & Artenschutz

„Ducken und Tarnen“ hilft nur vor dem Fuchs, nicht vor dem Kreiselmäher. Um den Wildtiernachwuchs vor einem qualvollen Mähtod zu bewahren, suchen Jäger vor der Mahd das Grünland nach den Jungtieren ab.

Instinktiv duckt sich das Kitz tief ins Gras

(Foto: Manfred Wysocki)

Der erste Schnitt der Wiesen fällt genau in die Zeit, wenn das Reh Nachwuchs bekommt. Die Ricke setzt ihr Kitz dort ab, wo es ruhig ist: Mal im Wald, aber vorzugsweise im Grünland. Und dann wird die Heuernte für das Kitz und andere Jungtiere wie Hase, Fasan oder Kiebitz zur tödlichen Gefahr. Die vermeintlich sichere Ablage der Jungen vor dem Fuchs wird zur Falle.

Vielerorts arbeiten Jäger und Landwirte Hand in Hand, um die lauernde Gefahr zu mindern. Im Vorfeld aufgehängte Mülltüten, Flatterbänder oder das nächtlich laufende Radio sind kein verspäteter Aprilscherz: Es soll erreicht werden, dass die dann misstrauisch werdenden Elterntiere die Jungtiere an einen sichereren Ort bringen. Leider ist der Erfolg nicht immer garantiert.

Bewährt hat sich deshalb, dass die Jäger die Wiesen wenige Stunden vorher systematisch absuchen: Es gilt, alles Jungwild zu finden und in Sicherheit zu bringen. Wichtig ist hierbei, die Jungtiere mit Grasbüscheln abzutragen, damit diese keine menschlichen Gerüche annehmen. Unterstützt wird der Jäger durch den gehorsamen Jagdhund, der mit seiner feinen Nase dem Jäger das versteckte Tierkind anzeigt, ohne es greifen zu wollen. Wenn genügend Helfer zur Verfügung stehen, wird mit möglichst geringen Abständen eine Kette gebildet, denn ein sich duckender Junghase ist schnell übersehen.

Da die Tiere, die in die Messer des Kreiselmähers geraten, häufig nur schwer verletzt werden und dann qualvoll verenden, geht es hierbei nicht nur um eine klassische Hegeaufgabe der Jäger, sondern um ein ausgemachtes Tierschutzproblem.

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