Jagd im Kleinen: „Schwanzgeld“ gegen die Mäuseplage

Die Schweiz erwartet ein überdurchschnittliches Mäusejahr. Zur Vorbeugung gehen Jung und Alt auf Mäusejagd und verdienen sich etwas hinzu.

In der Schweiz warnt der Landwirtschaftliche Informationsdienst vor einer Mäuseplage, berichtet das Tagblatt. Durch das zeitige Frühjahr und einen ebenso warmen Oktober haben sich die Mäuse im zurückliegenden Jahr enorm vermehrt und somit einen bis zwei zusätzliche Würfe großgezogen. Für den Frühling 2018 haben die kleinen Tiere also beste Startbedingungen.

Wühlmäuse, insbesondere Schermäuse, richten in der Land- und Forstwirtschaft mitunter extreme Schäden an. Sie graben lange Gänge unter der Erde und fressen die Wurzeln der Nutzpflanzen. Betroffen sind insbesondere Obstbauern durch den Fraß und der Futteranbau durch Mäusehaufen auf dem Grünland, die das Schnittgut verunreinigen. Laut Cornel Stutz von der Forschungsanstalt Agroscope verspeisen die Nager täglich Wurzeln in Höhe ihres eigenen Körpergewichtes. Ab 40 Mäusen pro Hektar werde die Mauspopulation kritisch hoch und kaum noch effizient zu regulieren.

In Schweiz lebt infolgedessen eine alte Tradition wieder auf: Jung und Alt ziehen los, um Mäuse zu fangen und „Schwanzgeld“ zu kassieren. Pro abgeliefertem Nagerschwanz erhält der Mäusejäger in einigen Gemeinden 1,50 Franken, also knapp 1,20 Euro. Beträge von mehreren Tausend Franken pro Jahr und Gemeinde kommen da durchaus zusammen.

Vor allem Kinder und Senioren gingen auf die „Nager-Pirsch“, schreibt das Tagblatt. Ihre Tricks und Kniffe geben sie dabei von Generation zu Generation weiter. Die Kinder können als Mäusejäger ihr Taschengeld aufbessern, die Senioren wiederum freuen sich auf die Tätigkeit draußen an der frischen Luft.

In Deutschland gibt es eine derartige Prämie für Mäuse nur in wenigen Regionen Baden-Württembergs. In Norddeutschland sind Prämien allerdings bei den wasserliebenden Bisamratten und Nutrias von Bedeutung. Diese invasiven Tierarten sorgen als Neozoen für massive ökonomische und ökologische Schäden an Gewässern (wir berichteten hier und hier).

Das könnte Sie auch interessieren
Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!