Schwarzwald will wolfsfrei bleiben

Deutschlands ältester Naturfreunde-Verein wendet sich gegen die unkontrollierte Ausbreitung der Wölfe. Im Gebirge, warnt der Schwarzwaldverein, sind sie eine Bedrohung. Nicht nur für die Weidewirtschaft, sondern auch für Kulturlandschaft und Artenvielfalt.

Wolf

Foto: homer0922

Mit 65.000 Mitgliedern gehört der Schwarzwaldverein zu den größten Naturschutzverbänden Deutschlands. Gegründet vor 150 Jahren als Wanderverein, aber bald auch im Naturschutz aktiv. So steht es seit dem Jahr 1909 in der Satzung. Und so wird es auch gelebt. Zum Beispiel mit rund 20.000 Arbeitsstunden jährlich – ehrenamtlich.

Klar, dass in einer solchen Organisation auch um den Umgang mit dem Wolf gerungen wurde. Nun mit eindeutigem Ergebnis: Der Wolf soll vom Schwarzwald ferngehalten werden und deshalb auch ins Jagdrecht.

„Unsere allergrößte Sorge ist der Erhalt der Kulturlandschaft als wirtschaftliche Grundlage für die Landwirtschaft und für den Tourismus“, sagt Präsident Georg Keller. Aber auch der Natur- und Artenschutz dürfe nicht einer einzelnen Art geopfert werden.

In den Gebirgsregionen Süddeutschlands stehen Landwirte und Tourismuswirtschaft damit geschlossen hinter der Forderung nach wolfsfreien Zonen. Im Allgäu hatten Bergbauern bereits im vergangenen Jahr gedroht, aus Protest den traditionellen Viehscheid zu streichen.

Bayerns Staatsregierung beruft sich auf Experten und Praktiker, die eine wolfssichere Einzäunung der Bergweiden für unmöglich halten. Die für den Schwarzwald zuständige, von Grünen geführte Landesregierung ist zwar etwas zurückhaltender, betont jedoch ebenfalls gern und oft die ökologische Bedeutung der Bergweide.

Der Schwarzwaldverein wirft den Regierenden vor, dass sie zu lange mit „Ränkespielen“ beschäftigt waren: „Die Politik wäre schon in den letzten zehn Jahren aufgerufen gewesen, sich hier vorbereitend um Lösungen zu kümmern.“

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